Karl Plepelits
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Allgemeine Daten
Karl Plepelits
Name:
Karl Plepelits
Künstlerische Tätigkeit:
Literatur/Autoren

Biographie:
Geboren 1940 in Wien. Lehrer, Reiseleiter, Übersetzer, Altertumswissenschaftler. Kurzprosa und Romane. Zuletzt veröffentlicht: "Don Juan und Don Quijote. Liebe und Leben, Kultur und Natur in Spanien" (eBook, Edition Bärenklau, 2014). "Und es jubeln die Rachegeister" (E-Book, Edition Bärenklau, 2014). "Ich liebte eine Hexe" (E-Book, Edition Bärenklau, 2014). "Wer eine Frau begehrlich ansieht" (E-Book, Edition Bärenklau, 2014). "Das Fest der Liebe. Drei Erzählungen" (E-Book, Edition Bärenklau, 2014). "Das Reich des Todes. Novellen" (E-Book, Edition Bärenklau, 2014). "Von Mord zu Mord" (E-Book, Edition Bärenklau, 2015). "Michel und Micheline. Liebesnovelle" (E-Book, Edition Bärenklau, 2015). "Die wunderbaren Abenteuer des Liebesgottes. Heitere Variationen über ein Thema von Platon" (E-Book, Edition Bärenklau, 2015). "Unterwegs in der Türkei. Strände, Säulen, Minarette" (Iatros Verlag, 2015). "Dein sei mein ganzes Herz. Liebesroman" (E-Book, Edition Bärenklau, 2015).

Mitgliedschaften: Europa-Literaturkreis Kapfenberg, Steirische Autoren, Österreichischer Schriftstellerverband, Verband Katholischer Schriftsteller Österreichs.

Homepage: http://karlplepelits.jimdo.com/

Aktiv seit:
1992

Literatur/Autoren
Literarische Tätigkeit:
Prosa/Erzählung
Roman
Publikationen:
bei Fremdverlagen
in Literaturzeitschriften
Beschreibungen ⁄ Verlage:
"Die Macht des Eros" (Verlag Röschnar, Klagenfurt 1998)
"Römische Ferien, oder: Mit der Zeitmaschine in die Römerzeit" (Verlag Röschnar, Klagenfurt 1998)
"Apokalypse II, oder: Enthüllungen des Johannes" (Verlag Röschnar, Klagenfurt 2000)
"Myriam – Verliebt in Ägypten, oder: In den Fängen der Fundamentalisten" (Vindobona-Verlag, Wien 2003)
"Juliette, oder: Die Bucht der Geheimnisse" (Buchverlag Andrea Stangl, Paderborn 2004)
"Der Glaube, die Berge und das Paradies" (Verlag Liber Libri, Wien 2006)
"Die verbotene Frucht. Eine west-östliche Liebesgeschichte" (Verlag Liber Libri, Wien 2008)
"Zu Gast bei Berenike" (ebook. MeaLittera Verlag, Eschborn 2009)
"Unterwegs in Ägypten. Der Nil, die Felsengräber und die Liebe. Reiseroman" (Iatros-Verlag, Dienheim 2009)
"Zu Gast bei Aphrodite" (Phantastischer Roman. Schweitzerhaus-Verlag, Erkrath 2009
"Des Lebens ungemischte Freude" (ebook und Hörbuch, Roegelsnap Buch & Hörbuch Verlag, Schollbrunn 2010)
"Unterwegs in Libyen. Reiseroman" (Iatros-Verlag, Dienheim 2010)
"Denn die Zeit ist nahe" (Historischer Roman. AAVAA Verlag, Berlin 2011)
"Unterwegs in Marokko. Reiseroman" (Iatros Verlag, Potsdam 2012)
"Zwei Frauen in einem Haus. 4 Erotische Erzählungen" ("Zwei Frauen in einem Haus. Todesangst und Liebeslust zu dritt", "Eine heiße Sommernacht", "Ein Vöglein in der Brust. Liebesabenteuer eines Reiseleiters", "Das Marokkanerle und meine verrückte Liebe". AAVAA Verlag, Berlin 2012)
"Unterwegs am Nil. Eine Reise durch Ägypten im arabischen Frühling" (Iatros Verlag, Potsdam 2012)
"Du sollst nicht töten. Apostel Johannes ermittelt" (Historischer Roman. AAVAA Verlag, Berlin 2013)
"Geliebter Gottesmann" (Liebesroman. AAVAA Verlag, Berlin 2013)
"Was der Liebesgott verbunden hat" (Liebesroman. AAVAA Verlag, Berlin 2013)
"Unterwegs in Spanien" (Iatros Verlag 2013)
"Don Juan und Don Quijote. Liebe und Leben, Kultur und Natur in Spanien" (Edition Bärenklau 2014)
"Und es jubeln die Rachegeister" (Edition Bärenklau 2014)
"Ich liebte eine Hexe" (Edition Bärenklau, 2014)
"Wer eine Frau begehrlich ansieht" (E-Book, Edition Bärenklau, 2014)
"Das Fest der Liebe. Drei Erzählungen" (E-Book, Edition Bärenklau, 2014)
"Das Reich des Todes. Novellen" E-Book, Edition Bärenklau, 2014)
"Von Mord zu Mord" (E-Book, Edition Bärenklau, 2015; Taschenbuch, Verlag Ferge, 2015)
"Michel und Micheline. Liebesnovelle" (E-Book, Edition Bärenklau, 2015)
"Die wunderbaren Abenteuer des Liebesgottes. Heitere Variationen über ein Thema von Platon" (E-Book, Edition Bärenklau, 2015)
"Unterwegs in der Türkei. Strände, Säulen, Minarette" (Iatros Verlag, 2015)
"Dein sei mein ganzes Herz. Liebesroman" (E-Book, Edition Bärenklau, 2015)
"Die Himmelfahrt des kleinen Karli" (E-Book, Edition Bärenklau, 2015)
"Eine Nacht in Kyrene" (E-Book, Edition Bärenklau, 2015)
"Lasst alle Hoffnung fahren ... und andere mörderische Begebenheiten (E-Book, Edition Bärenklau, 2015)
"Der Womanizer. Liebesroman" (E-Book, Edition Bärenklau, 2016)
"... so gebrauch ich Gewalt. Zwei Kriminalnovellen aus der Steiermark" (E-Book, Edition Bärenklau, 2016)
"Der Mord und das Mädchen. Roman" (E-Book, Edition Bärenklau, 2016)
"Neugierige Leute sterben bald. Ein Krimi aus Melk" (E-Book, Edition Bärenklau, 2016)
"Hat der Wolf erst Blut geleckt. Ein Krimi aus Vorarlberg" (E-Book, Edition Bärenklau, 2016)
"Der Preis des Ehebrechens. Ein Krimi aus München" (E-Book, Edition Bärenklau, 2016)
"Soll ich hier krepieren? oder: Wenn die Katze aus dem Haus ist. Ein Krimi aus Graz" (E-Book, Edition Bärenklau, 2017)
"Hellas mit und ohne Säulen. Unterwegs in Griechenland" (Erzählendes Sachbuch. AAVAA Verlag 2017)
Allgemeine Kritiken, Rezensionen ⁄ Berichte:
DER GLAUBE, DIE BERGE UND DAS PARADIES. Novelle
Entsprechend der Bezeichnung "Novelle" beginnt das Buch mit einer kleinen Rahmenhandlung: Ein dem Tode geweihter Gymnasialprofessor, Ordensmann, erzählt bei einem letzten Zusammentreffen mit seinen Studenten jene Begebenheit aus seiner Jugend, die ihn zutiefst geprägt hat: wie er nämlich vom sogenannten "Himmelreich" aus, einem mystischen Ort in den steirischen Bergen, an einem Karsamstag die Auferstehung a u c h seines im Krieg gefallenen Vaters "sich erbetet hat": wie dieses zustande kam nach einem langen mühseligen Weg des kleinen Karli Orff durchs Paradies (das Thema: Durchschreiten der Gegenwelt ist nicht neu: der Autor selbst zitiert den Sänger Orpheus; aber man denkt auch an die Führung Dantes durch Vergil in der 'Göttlichen Komödie' und andere Werke bis herauf zu Alois. J. Lippls 'Der Brandnerkaspar schaut ins Paradies'!), bis der Junge den ins Leben zurückgeholten Vater schlussendlich wieder verliert. In allerhöchster Bestürzung und Verzweiflung endet der Text. Und da vermisst man als Abschluss einen zweiten Teil der Rahmenhandlung, denn um Sinn und Bedeutungsschwere dieses Rückblicks in mehr oder minder tragische Kindheitstage recht zu erschließen, hätte es m. E. zuletzt einer bewussten Korrektur jener phantasievoll-traumartigen Reise bedurft, die sich zunächst aus einer kindgerechten Volksfrömmigkeit entwickelt, und also zeit- und ortsgebunden bleibt ohne weitere, eigentlich unentbehrliche Kommentierung für das Heute. Obzwar da und dort mit leisen ironischen untertönen, schwimmt die Geschichte über weite Strecken in der "Milch der frommen Denkungsart", in einer leicht antiquierten religiösen Grundbefindlichkeit, die zu teilen nicht jedermanns Sache sein dürfte. Wirksam eingreifende Heilsgestalten (ob Jesus, Maria, Gottvater oder Engel) werden etwas beliebig bemüht. Dadurch gerät die Sache in Gefahr, bei jenen, die sich (heute noch) zu den Glaubenden zählen (wollen, können), ein müdes Lächeln hervorzurufen. Vielleicht wäre ein Theologe "moderneren Zuschnitts" ein passender Voraus-Lektor gewesen.
Großen Wert scheint der Autor auf den Einbezug der satanischsten aller "drüben" gelandeten Gestalten zu legen: nämlich dieses Adolf H. unseligen Angedenkens, den er vis-à-vis Paradies in finsterste Höhlen eingehaust zeigt und direkt mit dem seinen Vater suchenden Kind konfrontiert. Seltsam, dass gerade diese Diktatorenfratze wieder und wieder in die Literatur einbezogen wird, es gibt Beispiele in Fülle! Cui bono, ist zu fragen. Aber vermutlich fühlt und/oder erkennt der Verfasser, wie riesengroß die Traumatisierung der Menschen, wie tief eingegraben die Spuren ihres Schmerzes aus den Vorgängen im Naziterror, durch Krieg und Vernichtungsmaschinerie n o c h i m m e r sind, wenn heute, mehr als 50 Jahre danach, ein solches Kindheitserlebnis "aus der Hamsterzeit" zur Grundlage eines literarischen Werkes genommen wird, um darin auch die Heimkehrerproblematik mit Hilfe religiöser Aufschwünge und Erfahrungen zu bewältigen. Eine solche Art der Introspektion legt die Annahme nahe, dass dem Autor ein allgemeineres Bedürfnis nach Aufhellung dieser bösen Zeit bekannt ist.
Wohltuend jener Abschnitt der himmlischen Begegnung mit dem verlorenen Vater, wo in Argumentation eingetreten wird: Was nützt (dort oben nämlich!) aller Ewige Lobpreis Gottes, wenn die ins Paradies Gelangten von ihren armseligen Mitmenschen "hier unten" doch nichts mehr wissen wollen, können ... . Das wird wie nebenher ausgesagt, doch dieser Mitleidsgedanke durchzieht das ganze Buch und wirkt gewiss auf den Leser zurück. Über allen Dingen des Lebens und des Todes tut eines not: Abwägung, und immer wieder Reflexion! Hie Gottes eigene Gesetzlichkeiten, nebst der paradoxen Hoffnung auf Ihn ... dort aber das in uns gelegte Naturgesetz, dessen Erfüllung unverzichtbar ist.
Trotzdem: Man folgt der unprätentiösen Erzählweise nicht ungern und kann sie durchaus annehmen als vermutlich stark autobiographisch gestütztes Dokument eines Kinderschicksals in der unmittelbaren Nachkriegszeit, dem hier mit Verve und innerer Anteilnahme nachgegangen wird. Und der durchaus ernstzunehmende Versuch, die Dinge zwischen "hier und dort" aufzudröseln, bleibt auch literarisch gesehen durchaus interessant. Die Sprache des Autors ist gekonnt und flüssig; er erweist sich als einer der (heute rar gewordenen) Autoren, die imstande sind, große Satzperioden zu gestalten, ohne damit je syntaktisch ins Schwanken zu kommen. Auch ist kein einziger (Setzer-)Fehler zu entdecken in diesem ansprechenden Druckwerk mit dem attraktiven Haupttitel und der wunderhübschen da-Vinci-Reproduktion auf dem Einband.
Also: Glück auf den Weg auch und gerade durch das lausige Purgatorium des heutigen Literaturbetriebes, damit diese wo schon nicht wahre, so doch wahrhaftige Geschichte ihrer rechten Leserschaft begegne.
EVA M. KITTELMANN
Aus: Literarisches Österreich. Organ des Österreichischen Schriftstellerverbandes. 1/2006

DER GLAUBE, DIE BERGE UND DAS PARADIES. Novelle.
Verlag liber libri
Oberflächlich betrachtet ist die Novelle eine Gleichniserzählung, eine Parabel, wenn man will ein Kunstmärchen mit dem Thema der erfüllten Wünsche, mit dem Wechsel von Feenreich und banalem Alltag. Manchmal findet alles ein gutes, manchmal ein grausames, schlechtes Ende. Allerdings wird diese Erzählung einem Priester, einem Musikpädagogen in den Mund gelegt. Und so erlebt der kleine Karli eine Reise ins und durchs Paradies, sieht Jesus, den Heiligen Joseph, die Seelen der KZ-Opfer, und Adolf Hitler in der Hölle, die erhamsterte Vollmilch ausschüttend, wird von Engeln mit Babygesichtern transportiert, die allerhand Unsinn treiben, so wie sich der kleine Karli das eben vorstellt. Das ist aber nicht abfällig gemeint. Im Gegenteil! Es macht den Reiz dieser Erzählung aus, dass der Autor aus der Sicht des Halbwüchsigen die so ernsten Probleme der Nachkriegszeit, Stiefeltern, Verpflegung, schildert und im Vokabular und Stil den Eindruck einer mündlichen Berichterstattung erzeugt. Wenn es nicht etwas makaber wäre, so könnte man glauben (der Glaube kann Berge versetzen),dass es uns nach dem Tode einfach herrlich gehen muss unter der Voraussetzung, ein guter Mensch gewesen zu sein. Die Lektüre dieses Buches macht neugierig und mag auch ein wenig die Gedanken an Schuld und Sühne anklingen lassen. Ein interessantes Buch!
RVK [d. i. Prof. RUDOLF VIKTOR KARL]
Aus: Werte und Worte. Organ des Verbandes Geistig Schaffender und Österreichischer
Autoren. Juni 2006

NOVELLE
Himmel über Kapfenberg
In den steirischen Bergen, wo sich Himmel und Erde berühren, betet ein Elfjähriger um die Rückkehr seines gefallenen Vaters. Er wird von den Engeln gehört, sie bringen ihn ins Paradies, damit er den Vater fragen kann, "wo er es schöner findet: hier oder auf der Erde?". Plepelits, pensionierter Lehrer, schrieb eine kindliche, aber nie naive, eine berührende, aber nie prätentiöse Novelle.
CU [d. i. Christian UDE]
Aus: Kleine Zeitung, Graz. Samstag, 23. September 2006

Der Glaube, die Berge und das Paradies. Novelle
Kindheitsmuster zwischen Melk, Kapfenberg und Bruck.
Karl Plepelits erinnert sich in diesem seinem siebten Roman an autobiographische Details
der Nachkriegsjahre und kleidet sie in eine Rahmennovelle. Er legt die Kindheitserzählung
dem alten Ordensmann des Stiftsgymnasiums Melk, Karl Orff, mit dem bezeichnenden
Spitznamen Orpheus ins Gedächtnis, bzw. in den Mund.
Die Schlüsselwörter des Titels - Der Glaube, die Berge und das Paradies - zeigen die drei
Eckpunkte der Novellenhandlung. Nichts wünscht sich der kleine Karl mehr, als den im
Krieg gefallenen Vater wieder ins Leben zu rufen. Da der Glaube ja bekanntlich Berge
versetzen kann, gewährt ihm Jesus diese innige Bitte. Jedoch gibt es wie im Märchen zwei
Bedingungen für die Rückkehr ins Erdenleben: Erstens darf der paradiesverwöhnte Vater
nicht über die irdischen Zustände jammern. Zweitens müssen die Mutter und Karl stets
froh und glücklich sein, dass sie den Vater wieder zurückbekommen haben. Dass dies harte
Voraussetzungen fürs menschliche Zusammenleben sind, erweist sich.
Die Ich-Perspektive ist die eines elf-jährigen Schulbuben, der naiv-kindlich gläubig ist
und mit Jesus und Maria Dialoge führt. Das Sprachniveau ist die gesprochene
Umgangssprache und die Problematik ist neben der überschäumenden Phantasie des kleinen
Knaben die Versorgung im Nachkriegsalltag mit dem Lebensnotwendigsten sowie nach der
Wunscherfüllung die Patt-Stellung der Mutter zwischen zwei Ehemännern. Die Wahl der
Mutter fällt zu Ungunsten des Vaters aus. Er hatte seinen Lieben trotz seiner selbstlosen
Bemühungen nicht eitles Glück und Zufriedenheit gebracht. Da er wieder ins Paradies in
die Arme seiner hoffentlich wartenden Paradiesjungfrau zurückkehrt, zerfällt für den Sohn nicht nur der kindliche Gottesglaube sondern auch die Phantasiewelt seiner Kindheit. Die
Anteilnahme des Lesers am Schicksal dieses gottesfürchtigen Jungen ist nun am Ende des
Berichts Pater Orpheus, alias Karl Orff, wohl am größten, mir gefielen allerdings die
ironischen Kommentierungen des Liebeslebens seines Vaters auf ebener Erde und im Himmel
am besten. Dürfte doch Sex mit einer Paradiesjungfrau genauso wie mit einer verheirateten Frau nicht bestrafenswürdige Sünde, sondern reiner Genuss sein.
Hingegen wird der fromme, unschuldige Karl von Gott mit dem Verschwinden seines Vaters
aus der irdischen Welt bestraft und ist, wie könnte es anders sein, zutiefst verzweifelt.
Hier könnte sich die Rahmenhandlung wieder schließen, denn aus dieser Depression heraus
dürfte der 12-Jährige dann ins Melker Stiftsgymnasium gesendet worden sein. Ob der Rest
an traditionellem, leicht antiquiertem Kinderglaube oder die Gottesfürchtigkeit gegenüber
einem so strengen, ungerecht strafenden Gott die Grundlage für den späteren Eintritt in
den Orden bildete, bleibt offen, sowie die in der Vorbemerkung aufgeworfene Frage: Wo
denn die Seelen der Toten wohnen, in der Unterwelt oder im paradiesischen Himmel. Denn
diese mehr oder weniger authentische Erzählung aus Kapfenberg, wo Pater Orpheus seine
Kindheit verbrachte, ist wohl als Wohnsitzbeweis der Verstorbenen nicht 100%ig gültig.
Außerdem bleibt die Frage, ob man ernstzunehmendes christliches Gedanken- und Glaubensgut mit der kindlichen Frömmigkeit, die einher kommt im raunenden Tone eines phantastischen Märchens, verflechten soll.
EVA RIEBLER
Aus: Literaturzeitschrift Etcetera. St. Pölten, März 2007

Der Glaube, die Berge und das Paradies
In „Der Glaube, die Berge und das Paradies" begibt sich Karl, der Held der Geschichte, ins „Himmelreich". Er ist auf der Suche nach seinem echten, verstorbenen Vater. Engel helfen ihm den Vater im Paradies zu finden. „Oben“ erlebt er so mache Überraschung, es ist die Rede von Paradiesjungfrauen einem „stillen Kämmerlein“, von jüdischen Opfern aus Konzentrationslagern und sogar dem „Führer", der dem Jungen einen Schrecken einjagt.
Der Junge hört Begriffe, die ihm, ob seines jungen Alters, unbekannt erscheinen. Dem Vater gefällt es im Paradies und es fällt ihm sichtlich schwer, den Verlockungen des Jungen auf die Erde zurückzukehren.
Schafft es der Junge den Vater zu überreden?
Die Geschichte ist witzig geschrieben, spannend aufgebaut und man bleibt an hier kleben. Der Text ist leicht und flüssig zu lesen, man kommt oft ins Lachen – und doch hat die Geschichte einen ernsten Hintergrund. Ironie verschafft dem Buch einen leichten, feinen Charakter.
Der Autor versteht sein Handwerk, es macht Spaß seinen Worten zu folgen, und es kommt einem das Gefühl, als flöge man über den Text, der einen so echt erscheint, als hielt man selbst im Paradies auf und beobachtete die Protagonisten.
Text: ENZO S.
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Karl Plepelits


NOVELLE
Himmel über Kapfenberg
In den steirischen Bergen, wo sich Himmel und Erde berühren, betet ein Elfjähriger um die Rückkehr seines gefallenen Vaters. Er wird von den Engeln gehört, sie bringen ihn ins Paradies, damit er den Vater fragen kann, "wo er es schöner findet: hier oder auf der Erde?". Plepelits, pensionierter Lehrer, schrieb eine kindliche, aber nie naive, eine berührende, aber nie prätentiöse Novelle.
CU [d. i. Christian UDE]
Aus: Kleine Zeitung, Graz. Samstag, 23. September 2006

Karl Plepelits: Der Glaube, die Berge und das Paradies. Novelle
Verlag Liber Libri 2006. S 145
ISBN 3-85481-031-8
Kindheitsmuster zwischen Melk, Kapfenberg und Bruck.
Karl Plepelits erinnert sich in diesem seinem siebten Roman an autobiographische Details
der Nachkriegsjahre und kleidet sie in eine Rahmennovelle. Er legt die Kindheitserzählung
dem alten Ordensmann des Stiftsgymnasiums Melk, Karl Orff, mit dem bezeichnenden
Spitznamen Orpheus ins Gedächtnis, bzw. in den Mund.
Die Schlüsselwörter des Titels - Der Glaube, die Berge und das Paradies - zeigen die drei
Eckpunkte der Novellenhandlung. Nichts wünscht sich der kleine Karl mehr, als den im
Krieg gefallenen Vater wieder ins Leben zu rufen. Da der Glaube ja bekanntlich Berge
versetzen kann, gewährt ihm Jesus diese innige Bitte. Jedoch gibt es wie im Märchen zwei
Bedingungen für die Rückkehr ins Erdenleben: Erstens darf der paradiesverwöhnte Vater
nicht über die irdischen Zustände jammern. Zweitens müssen die Mutter und Karl stets
froh und glücklich sein, dass sie den Vater wieder zurückbekommen haben. Dass dies harte
Voraussetzungen fürs menschliche Zusammenleben sind, erweist sich.
Die Ich-Perspektive ist die eines elf-jährigen Schulbuben, der naiv-kindlich gläubig ist
und mit Jesus und Maria Dialoge führt. Das Sprachniveau ist die gesprochene
Umgangssprache und die Problematik ist neben der überschäumenden Phantasie des kleinen
Knaben die Versorgung im Nachkriegsalltag mit dem Lebensnotwendigsten sowie nach der
Wunscherfüllung die Patt-Stellung der Mutter zwischen zwei Ehemännern. Die Wahl der
Mutter fällt zu Ungunsten des Vaters aus. Er hatte seinen Lieben trotz seiner selbstlosen
Bemühungen nicht eitles Glück und Zufriedenheit gebracht. Da er wieder ins Paradies in
die Arme seiner hoffentlich wartenden Paradiesjungfrau zurückkehrt, zerfällt für den Sohn
nicht nur der kindliche Gottesglaube sondern auch die Phantasiewelt seiner Kindheit. Die
Anteilnahme des Lesers am Schicksal dieses gottesfürchtigen Jungen ist nun am Ende des
Berichts Pater Orpheus, alias Karl Orff, wohl am größten, mir gefielen allerdings die
ironischen Kommentierungen des Liebeslebens seines Vaters auf ebener Erde und im Himmel
am besten. Dürfte doch Sex mit einer Paradiesjungfrau genauso wie mit einer verheirateten
Frau nicht bestrafenswürdige Sünde, sondern reiner Genuss sein.
Hingegen wird der fromme, unschuldige Karl von Gott mit dem Verschwinden seines Vaters
aus der irdischen Welt bestraft und ist, wie könnte es anders sein, zutiefst verzweifelt.
Hier könnte sich die Rahmenhandlung wieder schließen, denn aus dieser Depression heraus
dürfte der 12-Jährige dann ins Melker Stiftsgymnasium gesendet worden sein. Ob der Rest
an traditionellem, leicht antiquiertem Kinderglaube oder die Gottesfürchtigkeit gegenüber
einem so strengen, ungerecht strafenden Gott die Grundlage für den späteren Eintritt in
den Orden bildete, bleibt offen, sowie die in der Vorbemerkung aufgeworfene Frage: Wo
denn die Seelen der Toten wohnen, in der Unterwelt oder im paradiesischen Himmel. Denn
diese mehr oder weniger authentische Erzählung aus Kapfenberg, wo Pater Orpheus seine
Kindheit verbrachte, ist wohl als Wohnsitzbeweis der Verstorbenen nicht 100%ig gültig.
Außerdem bleibt die Frage, ob man ernstzunehmendes christliches Gedanken- und Glaubensgut mit der kindlichen Frömmigkeit, die einher kommt im raunenden Tone eines phantastischen Märchens, verflechten soll.
Eva RIEBLER
Aus: Literaturzeitschrift Etcetera. St. Pölten, März 2007

Von: "E.Gordon" ins Adressbuch
An: "Karl Plepelits"
Betreff: Re: Neuerscheinung
Datum: Tue, 08. Apr 2008 16:52:46 +0200
Sehr geehrter Herr Plepelits,
vorab ein herzliches Dankeschön für die Übersendung der beiden Bücher.
Die Novelle hatte es mir angetan; selten war ich beim Lesen eines Buches so
bewegt. Die natürliche, schnörkellose Schreibweise (und vor allem die
rührende Geschichte) ist eine Wohltat.
Zwei Exemplare des Frankfurter Stadtkurier gehen heute per Post an den
Verlag und auch ein Exemplar an Sie ist bereits unterwegs.
Ich freue mich darauf, "Die verbotene Frucht" zu lesen. Voraussichtlich
werde ich dann in der KW 17 oder 18 das Buch unseren Lesern vorstellen.
Mit freundlichen Grüßen
Elvira M. Gordon-Pusch
Frankfurter Stadtkurier
GORMA Medien GmbH
Geschäftsführerin: Elvira M. Gordon-Pusch
Amtsgericht Frankfurt am Main, HRB 75502
Kelsterbacher Str. 15 -19, 60528 Frankfurt
Tel. 069/677 26 802
Fax 069/677 27 656
E-Mail e.gordon@frankfurterstadtkurier.de
www.frankfurterstadtkurier.de


Sonja Klade

Hallo lieber Herr Karl Plepelits,
hoffentlich darf ich Sie so ansprechen(schreiben).
Ich freue mich so rießig, Sie hier im FB gefunden zu haben, denn ich dachte mir, wer so schreibt wie Sie, kann eigentlich nur eine sehr intelligente Jungfrau sein und ich war ganz stolz auf mich, wieder einmal den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. Ich habe Sie auch im Wikipedia gesucht, aber leider nirgends Ihr Geburtsdatum gefunden und ich hätte geschworen, Sie sind eine "Jungfrau", bis mir zu guter letzt dann doch noch FB einfiel und ich Sie und Ihr Geburtsdatum dann voller Freude entdeckte. Sie haben mich heute zum Weinen gebracht. Ja, Sie werden staunen und denken..... warum das?
Ich habe ... vor kurzer Zeit ein Buch geschenkt bekommen und habe es heute am Balkon begonnen zu lesen bzw. auch fertiggelesen, so gefesselt haben Sie mich mit Ihrem Buch, "der Glaube, die Berge und das Paradies" ... Ich frage mich, wie eine Jungfrau so gefühlvoll schreiben kann, denn die Jungfraun sind ja eher sachlich, wissenschaftlich, nüchtern, realistisch und nicht unbedingt solche Gefühlsdusel ... Ich würde mich sehr freuen, von Ihnen zu hören und bedanke mich mal im Vorfeld dass Sie mir, wie bestimmt vielen anderen Lesern auch, eine so große Freude bereitet zu haben.
Danke und herzliche Grüße und hoffe auf ein paar Zeilen von Ihnen, Sonja Klade



DIE VERBOTENE FRUCHT
Als der Grazer Reiseleiter Markus zu seiner nächsten Tour durch die Türkei aufbricht, da ahnt er noch nicht, dass diese sein Leben verändern wird. Denn dort lernt er die nur scheinbar streng religiöse Reiseleiterin Fatima kennen. Die junge Frau erinnert ihn an eine andere Reise vor rund zwanzig Jahren, bei der Markus mit dem strengen Gästeführer Ali um die Gunst zweier Reisender gekämpft hat und die Frau in den Armen des Gästeführers zurücklassen musste. Doch was hat es mit dem Glauben auf sich? Und wo liegen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Islam und Christentum? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Reiseleiter Markus in Karl Plepelits neuem Buch.
Die west-östliche Liebesgeschichte portraitiert einen Mann, der Beginnt sich Gedanken über den Glauben und die Gläubigen zu machen. Denn auf seinen Streifzügen durch die Welt fühlt der Österreicher sich nicht nur zu westlichen Reiseteilnehmerinnen hingezogen, sondern auch zu muslimischen Schönheiten. Doch deren Kultur und Religion sieht den ungezwungenen Umgang zwischen Männern und Frauen ganz anders als die christliche Kultur. Doch halt! Was würde Maria, die Mutter Gottes, zum Leben vieler Christen sagen?
Plepelits lässt Maria dem Reiseleiter und seiner Umgebung wieder erscheinen und harte Worte finden für mangelnden Respekt und fehlende Gebete. Da kommt der streng religiöse Moslem weitaus besser weg, und dass, obwohl in seinem Glauben weder der kritische Dialog noch die Menschenrechte verankert sind. Eingebettet sind die Fragen nach dem Sinn und dem Glauben in eine kuriose Liebesgeschichte. Mit den Anschlägen vom 11. September und einem religiös motivierten Anschlag auf den Papst stehen auch ernste Themen und die Frage nach der Schuld im Mittelpunkt der Geschichte. Erschienen ist das Buch unter ISBN 978-3-85481-042-1 zum Preis von 19,80 Euro im Verlag Liber Libri.
Links:
www.verlag-liber-libri.guthmann-peterson.de
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DIE VERBOTENE FRUCHT. EINE WEST-ÖSTLICHE LIEBESGESCHICHTE:
Eine wunderbare Eingebung, die Ereignisse um die Person eines in die Jahre gekommenen Reiseleiters mit den (Irr)fahrten des Odysseus der griechischen Antike gedanklich in Verbindung zu bringen, denn auch dieser Mensch der Gegenwart wird „ganz viele Schmerzen in seinem Gemüte“ erleiden. Flott und gefällig geht der Autor seinen Bericht an, nimmt uns mit auf die Reise, die Besichtigungen. Es wird in der Ich-Form fabuliert; die Vermutung liegt nahe, daß der Autor selbst mutig in die Rolle dieses Markus X. geschlüpft ist, in aller Aufrichtigkeit sein Ego nicht schonend. Zunächst tritt uns der Protagonist als durchaus weltläufiger Mann entgegen, den schönen Dingen des Lebens niemals abhold, aber auch stark geprägt von der traditionellen mehr oder minder sentimentalischen Religiosität des durchschnittlichen Europäers; von einem kindhaften, nie wirklich überwundenen „Aufschauen zur Gottheit“, einer Frömmigkeit, die seltsamerweise darauf abzielt, es sich „mit der Gottesmutter nicht zu verderben“. Von daher erscheinen seelische Konflikte vorprogrammiert.
Eckdaten dieser doppelbödigen Liebesgeschichte sind der 13. Mai 1981 (Papstattentat) und der 11. September 2001. Mit beiden kommen die Bezüge des verhängnisvoll unterschiedlichen Denkens zwischen islamistischer [gemeint: islamischer] Welt und dem Westen ins Spiel; immer wieder geht es um den sogenannten Heiligen Krieg.
Nach eigener Aussage trägt dieser Markus an schwerer Schuld: „Ja, ich gestehe ... ich bin schuld an der Katastrophe des 11. September ... ich habe sie provoziert, heraufbeschworen, ... sie reicht in der Tat buchstäblich bis zum Himmel ...“, aber im Grunde kann er sich dies weder erklären noch auch verzeihen.
Passenderweise beginnt die Schilderung mit einer Besichtigung von Ephesos, wo entgegen aller Usance zunächst das Wohn- und Sterbehaus der Muttergottes Maria besucht wird. Hier kommt bereits ein wenig „orientalischer Zauber“ auf, denn mit von der Partie ist die junge, sehr schöne Fatima, eine Türkin, die ganz im westlichen Stil lebt; sie ist immer unterwegs, denn zu Hause würde sie nicht toleriert. Schnell wird klar, daß der Reiseleiter – glücklich, mit dieser Frau deutsch konversieren zu können – mehr als berufliches Interesse an ihr zeigt. Sie fallen einander in Liebe zu, und der weitere Verlauf wird zeigen, welche tragischen Implikationen (um die Spannung zu halten, hier nicht weiter erwähnt) dieser Verbindung noch bevorstehen ...
Der Autor arbeitet sich sehr vorsichtig an das große Geheimnis, das dem plot zugrundeliegt, heran. Als retardierende Momente verwendet er innere Betrachtungen, äußere (Rand)begebenheiten; verbalisiert z.B. das jüdische Erbe sowohl des Christentums wie des Islam. Seine exegetischen Anmerkungen sind überzeugend, seine spekulativen Folgerungen muten da oder dort freilich etwas sprunghaft-verwirrend an. Eine besonders berührende Szene, wo Reiseleiter Markus, durchaus bibelfest, aus dem „Hohelied“ rezitiert und die junge Türkin Fatima mit Versen des Hafis, die sich an eben genau denselben Gott wenden, antwortet.
K. Plepelits parliert immer frisch von der Leber weg, verliert niemals den Faden. In aller gebotenen Skepsis und Distanziertheit beschreibt er seine und andere religiöse Verhaltensweisen, wie eben ein Reiseleiter, und niemand außer einem solchen, seine Abenteuer und Verfehlungen von sich geben würde. Offen, rückhaltlos, ohne verschämte Verniedlichung. Eine Überhöhung des Textes nach irgendwelchen literarischen Kategorien oder durch besondere Stilmittel findet nicht statt, wird vielleicht gar nicht angestrebt. Dennoch: Was wir vor uns haben, ist mehr als ein simpler Report, ist blutvolles personales Erleben, geständnisreich und sehr sehr menschlich.
Ungebrochenes Gottvertrauen, aber auch ein (leider nicht ganz zu erklärendes) Verhaftetsein in die Volksgläubigkeit, an das „Wirken“ der Gottesmutter Maria, das ihn jahrelang begleitet und offenbar nicht mehr losläßt; sich mehrfach in vagen „Erscheinungen“ nicht sehr angenehmer, dem biblischen Befund diametral gegenüberstehender Weise manifestiert, charakterisieren die Befindlichkeit des Reiseleiters – des Autors? Seine Überempfindlichkeit und Unentschlossenheit gegenüber dogmatischen Zwängen und „Weisungen von oben“ wird teilweise auch wieder verständlich im Hinblick auf eine Reihe exzessiver Traumerlebnisse und bitterer Erfahrungen, aus denen heraus man eher eine gescheiterte Gottesbeziehung erwarten würde. Am Ende wundert es freilich nicht mehr, daß für diesen Menschen „die Welt untergegangen ist“.
Das ganze Geschehen, reizvoll geschildert und mit kostbaren Zitatenschätzen angereichert, klingt im Leser noch lange nach. Das Einbandbild mit der „Primavera“ des Botticelli – dieses eigentliche Triumphzeichen der Renaissance, die ja vom Orient her ihren Ausgang nahm, von dem der europäische Westen alle Weisheit der Antike auffing – läßt uns den Band umso nachdenklicher aus der Hand legen und die eigene Weltsicht hinterfragen.
EVA M. KITTELMANN
Aus: Literarisches Österreich. Organ des Österreichischen Schriftstellerverbandes. 1/2008

Witzige Story mit ernstem Hintergrund
Liebe zwischen zwei Welten
In seinem siebten Roman beschäftigt sich der steirische Autor mit Religion und Liebe. Es geht um den 11. September, um das Attentat auf Johannes Paul II, um die Marienerscheinungen in Fatima und um den Sinn ihrer Botschaften. Es geht um das Verhältnis zwischen Europa und dem Orient, zwischen Christentum und Islam, um die Unterschiede zwischen den beiden Weltreligionen und auch um die vielen überraschenden Gemeinsamkeiten.
Alles schön verpackt in eine Liebesgeschichte. Wer nun glaubt, schwere Kost vorgesetzt zu bekommen, der irrt! Karl Plepelits' Sprache ist flüssig, die Story trotz des ernsten Hintergrunds witzig und gleichzeitig spannend geschrieben. Ein Buch, leicht zu lesen und obendrein noch ungemein bereichernd!
Doris Schleifer-Höderl (Mostviertel-Basar vom 26.3.2008)


UNTERWEGS IN ÄGYPTEN
Der Nil, die Felsengräber und die Liebe. Reiseroman
Iatros-Verlag et Services GmbH, Dienheim 2009, 245 Seiten
ISBN 978-3-86963-350-3
In Bestürzung, Zerknirschung und Gewissensqualen erinnert sich der Ich-Erzähler seiner Anfänge als Reiseleiter in Ägypten. Allzu viel ist ihm schiefgelaufen; nicht etwa durch Tücken des Schicksals oder gar bösen Zauber, sondern durch eigene Schuld: unbezähmbare Abenteuerlust, Ehrgeiz und Leidenschaft. Leidenschaftliche Wissbegier ist es auch, die den Liebhaber der Altertumswissenschaften und der Frauen am Ende ein zweites Mal an den Nil treibt, um Rätseln nachzugehen, die beim ersten Mal unlösbar schienen ...
Unverhüllte Sinnes- und Sensationslust treibt den Roman voran. Dem Lesenden schlägt, nach anfangs vielleicht verhaltener Skepsis, - was es an Einfällen nicht alles gibt! – seine steigende Aufmerksamkeit bald in Krimi-Spannung um, spätestens dann, wenn die Gastlichkeit Ägyptens, im wahrsten Sinne des Wortes, sich plötzlich als ausweglos erweist. Was in der Abgeschiedenheit der Landschaft am Nil, was unter und über der Erde hier auf zweihundert Seiten Niederschlag findet, scheint aber nur als Umrahmung gedacht für die eigentliche Thematik: Das Leben und Leiden einer ägyptischen Frau, einer Reiseleiterin, die ihrer europäischen Touristengruppe anfangs recht munter angepasst, spätere Probleme nicht bewältigen kann und den Härten ihrer strengen Lebenswelt nicht entrinnt. Schuld daran ist – wie ja oft zu lesen – jene andere Gesellschaftsordnung. Die Hinterfragung der eigenen bleibt geflissentlich aus.
Aber Karl Plepelits allein deshalb schon der Oberflächlichkeit zu zeihen, wäre zu einfach. Der Autor überlässt es lediglich, und zwar ziemlich unbekümmert, dem Leser, die seiner Geschichte reichlich beigegebenen Argumente für verantwortliches Handeln auszufiltern und eigenem Urteil nutzbar zu machen. Dass dies Absicht gewesen sein könnte, mag an der betont grob gehaltenen Beschreibung jener Extremsituation nahe den Felsengräbern abgelesen werden, die das Desaster am Ende hervorruft. Wieweit sich allerdings die Ich-Figur dieses Romans, als stolzer Liebhaber zweier Frauen, selbst befragt, steht in den Sternen. Jedenfalls schließt seine Erzählung in Unschuld: "Hätte uns Hanan damsls nicht begleitzet, wäre ihr dieses Schicksal erspart geblieben. Aber weiß der Mensch immer gleich, was ihm erspart bleibt, wenn er dieses oder jenes unterlässt? Ist das Leben in diesem irdischen Jammertal nicht ohnedies eine einzige Tragödie ...?" Die Frauen sind also selber schuld, eine alte Erkenntnis; ob sie nun "gläubig" sind oder nicht. Im Niltal oder anderswo.
Wer allzu düstere Gedanken, das starke Geschlecht betreffend, aber doch nicht wälzen mag, erfreue sich an der munter dahinfließenden Handlung. Der Stil ist beschwingt und locker, die sachliche Neugier auf Relikte des ägyptischen Altertums bleibt auch nach der Lektüre ungetrübt aufrecht. Ein Unterhaltungsroman, wie ihn viele schätzen werden. Wer mehr will, muss eigene Gedankenarbeit mutig dazutun, was aber immer schon wichtigste Aufgabe jedes Lesenden war.
ROSEMARIE SCHULAK
(Aus: Literarisches Österreich, Zeitschrift des Österreichischen Schriftstellerverbandes, 2010/1, Seite 27)

DIE GESCHICHTE ZWEIER VERLIEBTER
Karl Plepelits, Zu Gast bei Aphrodite. Phantastischer Roman. Schweitzerhaus Verlag GmbH, Erkrath, 2009. 307 Seiten.
Die Geschichte zweier Verliebter und deren wunderliche Abenteuer auf dem Berg Olymp bilden den amüsant-satirischen Rahmen, in dem der Altphilologe Karl Plepelits eine Fülle antik-historischen Wissens verarbeitet. Vergnüglich und unbekümmert spinnt der Ich-Erzähler erotische Erlebnisse mit den Olympiern aus. Wer mit den Mythen vertraut ist und Homer nicht vergessen hat, kann herzlich darüber lachen, auch wenn er nicht attisch spricht.
Lang verdrängt durch die Bibelreligionen, erwachen die vergessenen, durch menschliche Küsse "erlösten" Götter aus ihrem Schlaf. Das Menschenpaar aber, von einem eifersüchtigen Erzengel jählings in christliche Himmel entführt, befleissigt sich bereits des dort obligaten Latein. Mit erotischen Freizügigkeiten ist es nun, wie zu erwarten, vorbei, es herrschen Ratlosigkeit und Angst. Auch die lieben Heiligen schützen und trösten nicht vor einem strengen Gericht.
Mit Hilfe vieler Zitate, Anspielungen und Details stellt Karl Plepelits die frühchristliche einer klassisch-antiken Weltsicht gegenüber und gibt so dem scheinbar anspruchslosen Roman seine literarische Dimension. Ein unterhaltsames, anregendes, vielleicht für manche Leser auch aufregendes Buch, das zu Diskussionen und Quellenlektüre reizt.
ROSEMARIE SCHULAK
(Aus: Log, Zeitschrift für internationale Literatur, Ausgabe 122, Wien 2009)

HEFTIGE KRITIK UND BEGEISTERUNG
Geteilte Reaktionen auf den Kapfenberger Autor Karl Plepelits
Normalerweise passieren große Aufregungen nur bei Lesungen prominenter Autoren oder solcher, die es auf Provokation angelegt haben. Zwei Voraussetzungen, die auf Karl Plepelits nicht unbedingt zutreffen. Trotzdem hat die Präsentation seines jüngsten Werkes "Zu Gast bei Aphrodite" im Wiener Literaturhaus einen ziemlichen Aufruhr ausgelöst. "Die einen waren begeistert, von den anderen hagelte es harsche Kritik, und beides ziemlich lautstark", erzählt der Kapfenberger Autor verwundert, denn derartige Reaktionen sind ihm bisher noch nie begegnet.
"Zu Gast bei Aphrodite" ist bereits der neunte Roman des Kapfenberger Dichters. Es ist eine Fantasiegeschichte und erzählt von einem jungen Paar, das auf den Olymp wandern möchte. Dabei werden sie von einem heftigen Gewitter überrascht und ins Reich der Götter entführt. Was die beiden erleben, wie sie den Göttern begegnen und wie sie mit ihrem Auftrag, die Menschheit zu retten, umgehen, erzählt Plepelits recht humorvoll. Von einer anderen Reise, einer nach Ägypten, handelt übrigens das vorherige Werk des Vielschreibers. Dass er bei Ausflügen ins Reich der Götter oder ins Tal der Könige in seinem Metier ist, das spürt der Leser. Plepelits studierte Alte Geschichte, Philologie und Anglistik, unterrichtete Latein und war wissenschaftlicher Mitarbeiter an dern Bayrischen Akademie. Beide Bücher gibt's beim Autor selbst und bei der Buchhandlung Leykam.
CHRISTINE ROIS
(In: Kleine Zeitung vom 22.1.2010, Mürztal-Beilage, S. 29)

ZU GAST BEI APHRODITE
Phantastischer Roman
Schweitzerhaus-Verlag, Erkrath 2009, 307 Seiten
ISBN 978-3-939475-79-8
Man könnte es sich leicht machen und einfach anmerken, dass sich der Autor einer Art Camouflage bedient, um vermittels eines Aufstiegs auf den Berg Olymp in Form unwahrscheinlichster abenteuerlichster Begegnungen mit dem/den "Göttlichen" seinen Problemen mit der "normalen" Welt Luft zu machen; dass er die offenen Fragen zwischen Mensch und Gott in eine ziemlich lockere Story verpackt, indem er nämlich ein heutiges Menschenpaar, Gregor und Sibylla, "bergwandernd" plötzlich durch Höhlen rutschen und zu Göttern verschiedenster Provenienz vordringen lässt – von denen auf die eine oder andere Weise Heil erwartet wird. Schöner Nebenaspekt, dass ein solches Unterfangen durchzustehen und unbeschädigt zurückzukehren nur Liebenden gelingt ...
So einfach ist die Sache aber nicht. Die Frage bleibt: Was treibt den Verfasser tatsächlich an? Weltverbesserungsideen? Eine Synthese herzustellen zwischen den Religionen, göttlich-menschlichen Verhaltens- und Bezugsweisen? Was soll das Experiment bewirken? Was tritt dann ein? Ich glaube, es ist zunächst die "Lust am Fabulieren", die eine solche Fantasy-Geschichte hervorbringt; daneben möglicherweise noch nicht mit sich selbst abgeklärte Vorbehalte gegen die traditionelle christlich-abendländische Geisteshaltung mit all den Diskrepanzen zur allgemein vertretenen Lebens- und Glaubens(aus)übung; Diskrepanzen, die gerade dem Gebildeten schwer verdaulich sind! Also Flucht nach irgendeinem Traumland, in eine Erde-Himmel-Zwischenwelt?
Es scheint, dass der Verfasser sich eine Art selbstreinigender missionarischer Aktion verordnet, wenn er sich auf Flügeln der Phantasie zu den "alten Göttern" aufmacht, um die Nöte der heutigen Menschheit zur Sprache zu bringen. Zu allererst ortet er Gefahr vom "blinden Willen" des Gottes, die Menschen durch "Glauben zu unterdrücken", thematisiert die Auspowerung dieser schönen Welt/Natur, Verantwortungslosigkeit in Bezug auf Nachkommenschaft und Vergeudung von Ressourcen. Die Traumreise selbst ist mit handfesten Erlebnissen gespickt, die menschlichen Regungen werden rückhaltlos verbalisiert, sei es in Freude, Schrecken, Lust, Leid. So entsteht ein seltsamer Kosmos teils verwirrender, teils amüsanter Szenen im Lichte diverser Religionen, Gebräuche, Sitten, Moralvorstellungen. Kreuz und quer im wahrsten Sinne des Wortes. Die beiden Protagonisten sind ja in einem tiefen Fall durch einen Höhlenschacht zunächst nach Nirgendwo gefallen – da haut man sich schon Schädel an! Symptomatisch, dass Gregor, der Hauptheld, immer wieder rasendes Kopfweh beklagt ...
Auf der Suche der zwei Menschenkinder nach teils erwünschten, teils erhofften neuen "Lenkungen von oben" kommen dann die eigentlich toten Olympier zu fröhlichen Urständ. Hier bricht sich des Verfassers Begeisterung für alles Griechisch-Antike vollends Bahn. Aber die Thesis, wonach gerade diese von der Zeit verschluckten Götterwesen die Menschheit vor Terror und Untergang retten könnten, bereitet Kopfzerbrechen.
Vor allem nach der fragwürdigen Begründung, dass "Jesus, Jahwe und die Muslime" – in dieser Reihenfolge – die Olympischen leider verbannt haben, und dass "Gott" es ist, der den Gläubigen diesen unendlichen Hass gegen die Ungläubigen eingeflößt hat. Denn: Jahwe will das Reich Gottes einführen gemäß dem Wort "macht euch die Erde untertan", und darin läge das eigentliche Verbrechen ... (vgl. vor allem die Seiten 17f, 38, etc.)
Laut wird Kritik am Christentum nach dem Muster: O weh, "die" haben das 6. Gebot erfunden, wittern überall Unzucht – wo es sich doch unter schönen olympischen Damen so gut Liebe machen lässt! Locker wird ein himmlisches Autodafé vorbereitet, die Sünde wider den Heiligen Geist (fehl)interpretiert, dieser aber wandelt, ein zweiter Alter Herr neben Gott Vater leibhaftig durch das ausschließlich Holz produzierende Dorf des heiligen Joseph auf der soundsovielten Stufe des imaginär geteilten Himmels ...
Man könnte noch mehr solcher dem biblischen Befund wie auch religionskritischen Ergebnissen widersprechende Episoden aufzählen, aber ein wichtiger Einwand sei doch angedeutet: Es gab und gibt keinerlei "Lehre" oder Religion der olympischen Götter. Es gab nur Mutmaßungen, Personifikationen uralter Naturgottheiten als Bilder möglicher Schöpfungsverläufe, und vor allem nur örtlich beschränkte Kulte, d. h. keine dogmatische Allgemeinverbindlichkeit. Auch wurde in griechischer Philosophie nie wirklich eine Trennungslinie zwischen Metaphysik und Theologie sichtbar, was zu höchster Religionsverdrossenheit führte, aber immerhin das Auftauchen der "Idee an sich" bewirkte (vgl. bei Kenneth J. DOVE, Religion und Metaphysik der Griechen. In: Propyläen Geschichte der Literatur, Band I, Berlin 1981).
Hätte der Verfasser zum Beispiel das "Höhlengleichnis" Platons zum Ausgangspunkt seiner Darstellung gewählt, wäre möglicherweise ein höheres Maß an Vergeistigung dieser in der jetzigen Form mit Mythos und Theologie nicht ganz kompatiblen Story zu erreichen gewesen, zugleich auch eine gewisse Übereinstimmung mit den Lieblings-Topoi des Verfassers wie Höhle, Hügel, Stufen, Wasser, Himmel, Erde, Feuer ...
Hat es sich also, um auf den Punkt zu kommen, Karl Plepelits zu leicht gemacht, wenn er Götter, Propheten, Heilige, ja selbst die "Trinität" ohne rechte Zu- und Einordnung in die zeitliche und räumliche Abfolge der Dinge zwischen Himmel und Erde hineinstellt – wenn er die Historie ausklammert, das evolutive Wachsen eben auch jeder religio?
Irgendwann habe ich Lust bekommen, "Zu Gast bei Aphrodite" als einen ironischen Spaziergang zwischen den Welten zu verstehen, launig und mit teilweise recht ausgeflippter Aufrichtigkeit einschließlich aller amourösen Abenteuer erzählt, um, ja – warum? Vielleicht wollte der Verfasser mit Absicht und Augenzwinkern (denn er schreibt ja mit Verve, immer schwungvoll und ohne falsche Prüderie!) eine Art "Was-wäre-gewesen-wenn-Story" zu schaffen, um den Lesern gerade durch diese vergnügliche Darstellung neben dem Schmunzeln und neben ein wenig Rätseln (wie war das noch mit der Jungfrau? die Artemis? die Maria? die – wer?) auch den Anhauch einer gewissen Nachdenklichkeit zu vermitteln.
So betrachtet liegt ohnehin ein interessantes, streckenweise recht humoriges Werkchen vor, so oder so reizvoll; und die Moral daraus wäre: Nehmt bitte nicht immer alles so tierisch ernst.
EVA M. KITTELMANN
(Aus: Literarisches Österreich, Zeitschrift des Österreichischen Schriftstellerverbandes, 2010/1, Seite 25-26)

ZU GAST BEI APHRODITE
Der Autor, ein geborener Wiener, der nun in den Bergen der Steiermark lebt, war nach seinem Studium der Klassischen Philologie, Alten Geschichte und Anglistik als Lehrer, Reiseleiter, literarischer Übersetzer und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Altertumswissenschaft, Byzantinistik und Kirchenväterkunde und als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Thesaurus linguae Latinae in München tätig.
Das Buch "Zu Gast bei Aphrodite" lässt sich nicht mit wenigen Worten beschreiben, doch es wäre zu sagen, dass im Vordergrund das liebende Paar steht, das es wagte, den Götterolymp zu erkunden [Zitat aus dem Klappentext!], den Sitz der griechischen Götter. Zeus, er war der höchste unter 12 Hauptgöttern, eine davon war Aphrodite.
Es ist ein Buch, dessen Phantasie keine Grenzen gesetzt sind. Wie alle seine Bücher ist auch dieses Buch in flüssigem Stil geschrieben.
Ein Buch, spannungsgeladen von der ersten bis zur letzten Seite. Besonders empfehlenswert.
HELGA HELNWEIN
(Aus: Literarische Kostproben. Organ des Vereins der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen. Ausgabe 82/2010. Seite 31)


Lieber Karl,
ich bin nicht gleich dazu gekommen, aber jetzt habe ich Dein Buch >Zu Gast bei AphroditeSauberkeit< gewünscht, Du bist manchmal sehr salopp in den Formulierungen und neigst auch zu Wortwiederholungen. (Damit ein bisschen positive Kritik bei Dir auch ankommt.)
Ich habe es auf jeden Fall sehr genossen und wünsche Dir viel Erfolg und Spaß mit Deinen nächsten Projekte.
Alles Liebe

Christine

Christine Teichmann
8045 Graz, Ziegelstraße 62a
+43 664 13 28 184
christine.teichmann@aon.at



UNTERWEGS IN LIBYEN. Reiseroman. Iatros Verlag, Dienheim 2010:

Wieder ein erfrischender Reiseroman aus der Feder von Karl Plepelits. Diesmal führt uns der in der Steiermark lebende Autor, der auf dem Gebiet der Altertumswissenschaft und Byzantinistik tätig war, nach Libyen. Seine farbenfrohe Reportage bringt dem Leser dieses geheimnisvolle und widersprüchliche Land unweigerlich näher und bietet zugleich eine spannende und berührende Liebesgeschichte.
Leicht zu lesen bietet das Buch auch all jenen, primär nicht an der Kulturgeschichte Libyens Interessierten, Lesestoff der Extraklasse.

DORIS SCHLEIFER-HÖDERL

(Aus: Mostviertel-Magazin Nr. 279 vom 31. August 2010, Seite 68)

Ein Roman, dessen Titel wehmütig stimmt. "Unterwegs in Libyen" hat der Autor sein Werk zu einem Zeitpunkt genannt, als die politischen Umschwünge und Veränderungen nordafrikanischer Staaten noch in weiter Ferne lagen.

Erzählt wird die Geschichte zweier Libyenreisen, die sich in den Jahren 2004 und 2006 ereigneten. Der Roman beginnt mit der Gruppenreise im Jahr 2006, die als Rahmenhandlung fungiert. Im Mittelpunkt steht der Rückblick auf die erste Libyenreise des Ich-Erzählers, der als Reiseleiter einer Tiroler Reisegruppe in Erscheinung tritt und in tagebuchartigen Aufzeichnungen über seine Erlebnisse bereichtet. Erst die letzten Kapitel des Romans führen wieder zur zweiten späteren Reise, die für den Erzähler eine schicksalhafte Wendung nimmt.

Die literarische Klammer zwischen Anfang und Ende ist Fontanes Ballade "Die Brücke am Tay", die hier in abgewandelter Form zum Einsatz kommt. So heißt es zu Beginn des Romans: "Wann treffen wir drei denn wieder zusammen?" aber die erwartete Antwort bleibt aus, die Neufassung lautet: "Sobald ihr Glück gekittet ist." Die Hexen aus der Ballade treten auf den letzten Seiten wieder in Erscheinung – als milde gestimmte Begleiterinnen eines neuen und dauernden Liebesglücks.
Damit verweist Plepelits auf die zwei Komponenten seines Romans: Einerseits stehen die Erforschung des Landes und sein kultureller Reichtum im Mittelpunkt, andererseits kommt einer von "Irrungen, Wirrungen" geprägten Liebesgeschichte auch großer Raum zu.

Der Leser erfährt detailliert, wie die erste Tiroler Libyenreise im Jahr 2004 abläuft, mit welchen Problemen und Hindernissen der Reiseleiter damals zu kämpfen hat, neben all seinen erotischen Verwirrungen und Abenteuern!

So werden gleich zu Beginn die mitgebrachten Spirituosen konfisziert; weiters fährt in jedem Touristenbus ein Polizist mit. Der Autor richtet sein Augenmerk auf wichtige Ausgrabungsstätten und Touristenattraktionen, sowie auf die historische Entwicklung des Staates, die genau erläutert wird. Der libysche Fremdenführer Omar wird liebevoll charakterisiert – als treuer und ergebener Muslim dargestellt – und auch als überzeugter Anhänger Gaddafis.

Er betont, dass es in Libyen keine Slums mehr gebe und sogar abgelegene Gebiete mit schönen Einkaufszentren ausgestattet seien. Ein kritischer Gaddafi-Artikel führt sogar zu einem Konflikt zwischen dem österreichischen Reiseleiter und dem libyschen Fremdenführer, letztlich gibt es aber eine friedliche Lösung.

Liest man diese Zeilen, fragt man sich, was aus Omar geworden ist – und ob er immer noch zu den Anhängern des "Führers" Gaddafi zählt.
Das Buch wirft für den Leser von 2011 die Frage auf, wann dieses an Ausgrabungen reiche Land wohl wieder gefahrlos bereist werden kann.
Der Verfasser bemüht sich, sachliches Wissen (historische Entwicklung des Landes, Namenserklärungen, Erläuterungen zu Ausgrabungen) auf klare, anschauliche Weise zu vermitteln. Dies geschieht in leichter, ansprechender Weise in Form eines tagebuchähnlichen Reiseromans, der zugleich eine komplizierte Liebesgeschichte beinhaltet, die zu guter Letzt zu einem guten Ende findet: Der ständig zwischen mehreren Frauen hin- und hergerissene Reiseleiter namens Peter wird mit Glück belohnt: Er gewinnt endgültig die Liebe seines Lebens.

Das Buch vermittelt Wissen und Unterhaltung – eine empfehlenswerte Lektüre für jeden Leser, der ein Land näher kennenlernen will, zumindest auf dem Papier!
Das Reiseziel selbst ist in unerreichbare Ferne gerückt.

JUDITH ROCHEL-WAGNER

(Aus: Literarisches Österreich. Zeitschrift des Österreichischen Schriftstellerverbandes. 2011/1. Seite 40 und 41)



In einer Zeit, in der das Land Libyen in aller Munde ist, ist es hochinteressant, eine Beschreibung dieses Landes in Händen zu halten, die – durch die Romanhandlung bedingt – es möglich macht, Meinungen von einheimischen Fremdenführern, gedruckten Reiseführern und betroffenen Frauen als kaleidoskopartige Schau zu bekommen. Die genauen Recherchen des Autors, selbst anerkannter Spezialist in Sachen Islam, Orient, Besiedlung und antiker Geschichte, läßt die Ausgrabungen, die Amphitheater, Thermen, Triumphbögen für Septimius Severus und Marc Aurel vorüberziehen. Bezeichnungen werden etymologisch erklärt, Stadtenamen entzaubert und übersetzt. Phönizier, Römer, Griechen, Inschriften und Schriftzeichen allgemein, Autokennzeichen, hochinteressante Kleinigkeiten bis zu den Betonungen der Namen und des Opernhelden Radames bieten immer wieder neue Überraschungen. Aber es gibt nicht nur die Wissenschaft! Liebe, Scherz, Abenteuer eines Reiseleiters lassen das Menschliche nicht zu kurz kommen. Das Buch erfüllt hundertprozentig die Aufgabe eines Reiseromans, fremde Länder, Menschen und Sitten besser verstehen zu lernen.

RVK (= Rudolf Viktor Karl)

(Aus: Werte und Worte. Organ des Verbandes geistig Schaffender und österreichischer Autoren. Jahrgang 63. Wien 2011)




DIE REISE DURCH LIBYEN

Karl Plepelits, Unterwegs in Libyen. Reiseroman. Iatros Verlag. Dienheim 2010- 204 Seiten.

Karl Plepelits, der Autor des Reiseromans Unterwegs in Libyen, war nach dem Studium der Klassischen Philologie, Alten Geschichte und Anglistik als Lehrer, Reiseleiter, literarischer Übersetzer und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Altertumswissenschaft und Byzantinistik tätig. Diese mannigfaltigen Bestrebungen kommen auch seinem neuen Roman zugute, der wegen der derzeitigen Unruhen in der arabische Welt und des politischen Umbruchs in Libyen sehr aktuell wirkt und zusätzlich auch fundierte Informationen über das Land und die Mentalität seiner Leute liefert.
Karl Plepelits ist ein amüsanter, leichtfüßiger Erzähler, der seinen Reisebericht mit erotischen Abenteuern und komödiantischen Verwicklungen garniert. Gekonnt schildert er die lustigen Liebesmühen des Haupthelden des Romans, des verheirateten, aber nicht besonders treuen Tiroler Reiseleiters Peter, der auf der Reise zwischen verschiedenen Frauen seiner Gruppe hin und her pendelt, schwankt, zweifelt und letztendlich alle beglückt.
Die Reise führt von Bengasi über Tripolis in die Libysche Wüste. Im Vordergrund stehen vor allem die Besuche der antiken Tempelanlagen, Ruinen, Kirchen aus der römisch-byzantinischen Zeit, als Libyen ein Teil des damaligen großen Weltreiches war. Der Autor beschreibt eingehend mit großem Einfühlungsvermögen für Kunst und Geschichte die verschiedenen Denkmäler, er streut aus seinem Füllhorn das vertiefte Wissen eines poeta doctus, als er sich zum Beispiel über das heutige Tripolis mehrschichtig ausbreitet und den unwissenden Leser belehrt, dass die Region um die jetzige Hauptstadt in der späten römischen Kaiserzeit Provincia Tripolitana hieß, weil sie aus den drei Poleis – griechisch Stadtstaaten – Leptis Magna, Oea und Sabratha bestand.
Der Roman Unterwegs in Libyen ist einerseits eine lustige Liebesstory, anderseits aber ein sachlicher Bericht über die Sehenswürdigkeiten dieses reichsten Landes Afrikas. Der Autor schildert immer wieder – ohne eine politische Kritik üben zu wollen – die eigenartige gesellschaftliche und politische Struktur des Staates unter der Leitung des vor kurzem ermordeten ehemaligen Machthabers und Führers der Revolution Gaddafi, den der Westen lange hofiert hat, aber kurzendlich über Nacht fallen gelassen hat.
Der libysche Begleiter und Leiter der Gruppe Omar, ein Mann des ehemaligen autoritären Systems, belehrt uns über Gaddafi unter anderem auch mit dieser Erklärung: " Er hat das ganze Land sozial und kulturell total umgestaltet, natürlich auf der Grundlage des Islam. Seine Ideen hat er in seinem berühmten "Grünen Buch" zusammengefasst. Dieses ist, nebenbei bemerkt, überall erhältlich, auch in deutscher Sprache; und ich kann Ihnen nur wärmstens empfehlen, es als schönstes Mitbringsel aus Libyen zu erwerben. Es besteht aus drei Teilen. Ihre Titel lauten: "Die Lösung des Demokratieproblems", "Die Lösung des wirtschaftlichen Problems" und "Die soziale Basis der Dritten Universaltheorie". Dem Führer ist es zu verdanken, dass sich Libyen von einem der ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder der Welt zum reichsten Staat Afrikas entwickelt hat, natürlich nicht ohne den von Allah gesandten Segen der reichen Ölvorkommen. Das libysche Erdöl enthält nämlich besonders wenig Schwefel und gehört darum der höchsten Qualitätsstufe an. Außerdem hat uns Allah unter dem Boden der Sahara einen ungeheuren Vorrat an Süßwasser beschert, und der Führer hat dieses göttliche Geschenk angenommen und lässt es durch ein System von Rohrleitungen, offenen Kanälen, Wassertanks und Stauseen mittels zahlreicher Pumpstationen in die Küstenregion transportieren, wo der Großteil der Bevölkerung lebt. Auch werden mit dessen Hilfe durch künstliche Bewässerung mitten in der Wüste neue landwirtschaftlich genutzte Flächen geschaffen. Dieses gigantische Projekt heißt "Great-Man-Made-River". Es gilt als die derzeit größte Baustelle der Welt, ja als die teuerste Baustelle aller Zeiten ..." (Seite 86).
Später erfahren wir durch die Worte des anderen libyschen Reisebegleiters Sami, dass Libyen im Jahr 1951 zu Beginn der Unabhängigkeit nur eine Million Einwohner hatte, doch "sei der segensreichen Politik des Führers zu verdanken, die konsequent das Ziel eines möglichst raschen Bevölkerungswachstums verfolgt", dass für das Jahr 2050 schon eine Einwohnerzahl von fünfzig Millionen zu erwarten ist. (Seite 144).
Doch war die Realität im Gaddafi-Staat leider ganz anders: allgegenwärtige Kontrolle des Machtapparates, Bespitzelung der verdächtigen Personen, Verhaftungen, Schikanen auch gegenüber den Frauen, trotz gewisser Rechte, die sie in anderen arabischen Ländern in diesem Ausmaß nicht hatten. Verwirrend auch sonderbare Allüren der Führung: "In Libyen war es bis vor kurzem strengstens verboten, eine Fremdsprache zu lernen do auch nur die lateinische Schrift zu verwenden. Libyen sollte nach Gaddafis Willen ein rein arabisches Land sein. Und sein früherer Bildungsminister ließ englische und französische Bücher verbrennen. " (Seite 171).
Karl Plepelits Reiseroman ist nicht nur eine lustig zu lesende Liebes- und Reisegeschichte, sondern vor allem auch ein Dokument über die libysche Gegenwart, Geschichte und Kultur.
LEV DETELA
(Aus: Log. Zeitschrift für internationale Literatur. Ausgabe 131/2011)

Karl Plepelits
UNTERWEGS AM NIL
Eine Reise durch Ägypten im arabischen Frühling
Iatros-Verlag Potsdam 2012, 116 Seiten
ISBN 978-3-86963-361-9
Der 30. Oktober 2011 ist das erste Datum dieses Reisetagebuchs "durch Ägypten im arabischen Frühling." Voll Hoffnung und Optimismus beginnt sein Verfasser mit einem Dank an Isis und Osiris, "sich dem Zauber dieses Landes wieder hingeben zu können und sein Volk frei zu wissen von Unterdrückung und Despotenwillkür."
Ein Jahr später und der Leser legt kopfschüttelnd das Buch zur Seite als ein Buch von gestern. Zu Unrecht, erfahren wir doch auf unterhaltsame und originelle Weise einen aufschlussreichen Überblick über Ursprünge und Geschichte des Landes, seiner Bauten und Götter und seiner Auswirkungen auf unsere abendländische Kultur. Freilich erzählt der Autor zugleich von einem neuen Frühling, ahnungslos, dass dieser schon nach Erscheinen seines Buches zu Geschichte geworden war. Tragische Geschichte, denn die Gewaltlosigkeit der Revolution, die der Autor mit Recht besonders hervorhebt, wurde inzwischen in Blut und Terror erstickt. Hoffen wir, dass der "Frühling" trotz allem ein Vorfrühling war. Unabhängig von diesen Gedanken, die sich beim Lesen natürlich aufdrängen, erwartet man auf Grund des Titels ein politisches Buch, um bereits nach wenigen Seiten erstaunt zu sein, einen ausgezeichneten Reiseführer in der Hand zu halten. Die Gegenwart tritt hinter die Vergangenheit zurück, wir erleben zusammen mit einer Reisegruppe das alte Ägypten, als ob wir Mitreisende dieser Gruppe wären.
Das Wort Reiseführer hat im Deutschen eine doppelte Bedeutung. Wir können damit ein Buch oder einen Menschen meinen. Karl Plepelits hat die Gabe, diese beiden Aufgaben zu vereinen. Er bringt sein Wissen nicht routiniert als bloßen Text oder stellt nette anekdotische Reiseerlebnisse in den Mittelpunkt seiner Ausführungen, sondern versteht es, wissenschaftliche Erklärungen und Erkenntnisse und die Reaktionen seiner Gruppe so selbstverständlich ineinander zu verweben, als ob man selbst nicht nur Leser, sondern Teilnehmer der Reise wäre. Ohne falsches Pathos, aber mit spürbarer Freude an seiner Arbeit und Begeisterung für das Land, gelingt es dem Autor, den Leser zum Erlebenden werden zu lassen.
Möglich, dass Ägyptenkenner im einen oder anderen Fall mit seiner Meinung nicht ganz übereinstimmen, so wie es ja selbst seine Mitreisenden manchmal besser wissen wollen, aber seine gefällige und nie humorlose Art, mit seiner Gruppe und den einzelnen zu plaudern, lässt ihn als vorzüglichen Reiseleiter erkennen, nicht als Routinier, der seine Aufgabe gewissenhaft, aber ohne innere Anteilnahme erledigt oder auf andere Weise versucht, seine Gruppe durch pausenloses Erzählen von Reiseanekdoten in Stimmung zu halten. Der Schriftsteller Plepelits spielt den idealen Reiseleiter, dem Kenner und Ahnungslose mit gleicher Spannung zuhören.
Und wenn auch das Ägypten des neuen Frühlings nur eine Fata Morgana gewesen war, hoffen wir mit dem Autor, dass seine Schlussvariation aus der "Zauberflöte" erhört werde: "O Isis und Osiris, schenket der Weisheit Geist dem neuen Ägypten."
HEINZ GERSTINGER

"Und es jubeln die Rachegeister" (E-Book, Edition Bärenklau, 2014):
Dieses Buch kann man kaum beschreiben, eine vollkommen schräge Story.
Der Student Eduard bereist die halbe Welt, teilweise mit dem Fahrrad :-) und erlebt die unglaublichsten Dinge.
Weil er die Pfoten nicht von den Weibern lassen kann, oder umgekehrt, passieren ihm auch hin und wieder durch den unterschiedlichsten Gründen ein paar ungewollte Morde.
Die Rachegeister lassen deswegen nicht lange auf sich warten...
Die Story ist zwar total durchgeknallt , aber lesenswert.
Die Humorvolle Schreibweise von diesem Autor hat mir sehr gefallen.
Dieses Buch hat definitiv Unterhaltungswert.
(Rezension: Chris R. bei amazon.de, 5 Sterne)

"Von Mord zu Mord" (E-Book, Edition Bärenklau, 2015):
Eine schauerliche Geschichte. Gut geschrieben. Mit Hintergründen der damaligen politischen Verhältnisse in Bosnien.
Kann es sehr empfehlen. Ist echt lesenswert!.Danke.
(Rezension: Renate Herodes bei amazon.de, 5 Sterne)
4.0 von 5 Sternen Spannender Krimi 22. April 2015
Von leseratte
Format:Kindle Edition|Verifizierter Kauf
Der Krimi hat mir gut gefallen, als Abendlektüre oder Urlaubsroman gut geeignet, Spannung ist da, fertiglesen möchte man es unbedingt





Michel und Micheline: Liebesnovelle
3.0 von 5 Sternen Inzest 10. März 2015
Von Anna-Maria
Verifizierter Kauf
Ein österreichischer Reiseleiter verliebt sich in der Provence in die Rezeptionistin seines Hotels.
Dies bringt ihn in ungewollte Schwierigkeiten;
1. mit seiner mitreisenden Freundin
2. mit der Mutter der Rezeptionistin, die sich als seine lang vermisste Jugendfreundin herausstellt
3. mit seiner überraschend gefundenen neuen Tochter
Der Kurzroman ist spritzig und humorvoll geschrieben und daher wirklich unterhaltsam.



Unterwegs in der Türkei
Strände, Säulen, Minarette

Karl Plepelits
Iatros Verlag ISBN 978-386963-380-0


Karl Plepelits legt ein weiteres Reisetagebuch vor. Nach Spanien, Agypten, Libyen und Marokko nun also die Türkei.
Es fehlen in diesem Buch jegliche Amouren des Reiseleiters mit seinen ihm anvertrauten Damen, er begegnet auch keinen alt gewordenen Jugendlieben, kurz, der Autor widmet sich voll der Schönheit des von ihm bereisten Landes. Doch halt, Schönheit. Nun da ist er vielleicht etwas sparsam, es gibt wohl die paradiesischen Strände, Landzungen, Buchten, Ebenen usw. es gibt auch und wie beim Autor zu erwarten sogar bukolische Landschaften. Aber, wenn er genau beschreibt, dass eine dorische Säule einsam in den Himmel ragt, bemüht er sich trotzdem das Kapitell zu schildern, er erklärt und beschreibt die unzähligen Mosaiken die er mit seinen Reisegruppen besucht, aber wie so eine – bleiben wir dabei – bukolische Landschaft beschaffen ist, was dort wächst, wie hoch das Gras ist (nein, das würde nicht interessieren), aber welche Botanik ganz allgemein anzutreffen wäre (außer wilden Thymian fallweise), das lässt er aus. Sicher Landschaftsbeschreibungen sind nicht jedermanns Sache und wem das Herz übergeht vor lauter griechisch-römischen-hethitischen-phrygischen-lydischen und was weiß ich noch für Resten, der hat für den blühenden Mohn am Rande des Ruinenfeldes keine Worte mehr. Aber warum kommen Menschen in die Türkei, abgesehen von den Strandverlockungen an den Küsten? Natürlich, um die Altertümer zu sehen. Karl Plepelits schildert nicht gerade detailverliebt welche Abzweigung in der Tempelstätte zu nehmen sei, um die Highlights zielsicher zu erreichen, er lässt dem Leser durchaus die Entdeckerfreude offen. Ich kann mir vorstellen, dass ich mit diesem Buch in der Hand auf eigene Faust unterwegs bin und meine persönlichen Entdeckungen mache – was gibt es Schöneres für einen Reisenden, der die Alte Welt, die Welt der Alten für sich erkunden möchte. Plepelits vermeidet auch peinlich genau jeden Hinweis auf Restaurants, Hotels, Pausenstationen, wohl wissend, dass bei den organisierten Reisen die Teilnehmer keine Möglichkeit haben auszuscheren und auf eigene Faust das Land zu erkunden. Derjenige Reisende, der dies machen will, wird nach wie vor die konventionellen Reiseführer der einschlägigen Verlage brauchen, das vorliegende Reisetagebuch ist aber eine unverzichtbare Hilfe bei der Vorbereitung einer derartigen Reise: Was will ich sehen, wo sind jene Punkte, Bauten, Berühmtheiten, Kostbarkeiten, auf die es ankommt. Und da ist Karl Plepelits hervorragend geeignet um eine Zusammenstellung zuhause zu erarbeiten, einen Reiseplan festzulegen und dann drauflos zufahren. Es wird ja immer so sein, wenn man allein unterwegs ist, dass oft Unvorhergesehenes Änderungen notwendig macht, da hilft dann das Buch auch weiter, was kann ich am „Umweg“ sehen, erkunden.
Straßenzustände, Entfernungen, Tankstellendichte, Notrufe all das überlässt der Autor sinnvollerweise den Reiseführern der einschlägigen Verlage, wohl auch aus der Erfahrung heraus, nichts ändert sich so schnell wir die touristische Infrastruktur. Speziell dort, wo der Tourismus boomt, die (Hotel) Bauten im Tagestakt in die Höhe schießen, ohne Rücksicht auf Umwelt, Nachhaltigkeit und anderen Vorgaben, die für den bewussten Reisenden doch immer mehr Gewicht bekommen. Sollte man noch von einem Reisetagebuch das Eingehen auf die inneren Konflikte des bereisten Landes erwarten? Plepelits streift auch diese Fragen, ob es die Armenier, die Kurden, die Griechen sind, aber er geht nicht in die Tiefe. Wohl auch aus dem Wissen heraus, dass dem Durchschnittsurlauber an den Stränden der Ägäis das ziemlich wurscht sein dürfte.

Wie gesagt, ein weiteres Reisetagebuch von Karl Plepelits, in der er neuerlich seine Begeisterung für das bereiste Land nicht unter dem Scheffel stellt. Schön, wenn das Buch in dem Sinne wie von mir beschrieben, recht viele Anwender findet.

Hans Bäck
Europa Literaturkreis Kapfenberg
 
Produkte (Buch, CD, etc.):
"Die Macht des Eros" (Verlag Röschnar, Klagenfurt 1998)
"Römische Ferien, oder: Mit der Zeitmaschine in die Römerzeit" (Verlag Röschnar, Klagenfurt 1998)
"Apokalypse II, oder: Enthüllungen des Johannes" (Verlag Röschnar, Klagenfurt 2000)
"Myriam – Verliebt in Ägypten, oder: In den Fängen der Fundamentalisten" (Vindobona-Verlag, Wien 2003)
"Juliette, oder: Die Bucht der Geheimnisse" (Buchverlag Andrea Stangl, Paderborn 2004)
"Der Glaube, die Berge und das Paradies" (Verlag Liber Libri, Wien 2006)
"Die verbotene Frucht. Eine west-östliche Liebesgeschichte" (Verlag Liber Libri, Wien 2008)
"Unterwegs in Ägypten. Der Nil, die Felsengräber und die Liebe. Reiseroman" (Iatros-Verlag, Dienheim 2009)
"Zu Gast bei Aphrodite" (Phantastischer Roman. Schweitzerhaus-Verlag, Erkrath 2009
"Des Lebens ungemischte Freude" (ebook und Hörbuch, Roegelsnap Buch & Hörbuch Verlag, Schollbrunn 2010)
"Unterwegs in Libyen. Reiseroman" (Iatros-Verlag, Dienheim 2010)
"Denn die Zeit ist nahe" (Historischer Roman. AAVAA-Verlag, Berlin 2011)
"Unterwegs in Marokko. Reiseroman" (Iatros Verlag, 2012)
"Zwei Frauen in einem Haus. 4 Erotische Erzählungen" (AAVAA Verlag, 2012)
"Geliebte Römerin. Zwei Leute von heute bei den alten Römern … und den jungen Römerinnen (E-Book. AAVAA Verlag, 2012)
"Unterwegs am Nil. Eine Reise durch Ägypten im arabischen Frühling" (Iatros Verlag, 2012)
"Du sollst nicht töten. Apostel Johannes ermittelt" (Historischer Roman. AAVAA Verlag, 2013)
"Was der Liebesgott verbunden hat" (Liebesroman. AAVAA Verlag, 2013)
"Geliebter Gottesmann" (Liebesroman. AAVAA Verlag, 2013)
"Unterwegs in Spanien. Fiestas, Pilger, Kathedralen" (Iatros Verlag, 2013)


Beiträge zu Anthologien (Auswahl):

"Der göttliche Wahnsinn. Ein literarischer Scherz." In: Log Nr. 107. Wien 2005
"Die Erscheinung" und "Danaë und Perseus". In: reibeisen Nr. 22. Kapfenberg 2005
"Sokrates und die Zikaden". In: reibeisen Nr. 23. Kapfenberg 2006
"Stets zieht uns das Verbotne an". In: Kurzgeschichten. Ausgabe 1/2007. Offenburg 2007
"Rüstet gegen die Ungläubigen!". In: reibeisen Nr. 24. Kapfenberg 2007
"Das göttliche Vorbild. Jugenderinnerungen eines "alten" Griechen". In: podium Nr. 143/144. Wien, April 2007
"Orpheus 2000", in: Fantasia Nr. 208/209. Passau 2007
"Begegnung im Mondlicht". In: Fantasia Nr. 210/211. Passau 2007
"Begegnung auf dem Parnass". In: "Unglaubliche Begegnungen". Anthologie. Schweitzerhaus Verlag. Erkrath 2008
"Die Andacht, der Sonntagsbraten und die Liebesnacht". In: Mensch, wo schläfst du?. Anthologie zum Stichwort: Kirchenschlaf. Norderstedt 2009
"Das Wunder von Agios Nikolaos". In: "Feier-Tage". Anthologie. Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2009
"Die Puppe wird zum Schmetterling. Jugenderinnerungen eines 'alten' Griechen". In: "Kochende Leidenschaft und mehr". Anthologie. Wendepunkt Verlag, Weiden 2009
"Die Münchner Himmelfahrt". In: "Trockengebiete". Anthologie. Projekte-Verlag, Halle 2009
"Ich aber liege alleine". In: "Liebe ... und Liebe lassen". Anthologie. Polamedia Verlag, Berlin 2009
"Unaussprechliche Freuden". In: "Phantastische Zeiten in Hannover. Der Chef ist auf Reisen und zwölf weitere phantastische Geschichten". Anthologie. Verlag Phantastische Zeiten, Hannover 2009
"Unaussprechliche Freuden". In: "Geschichten unter dem Weltenbaum". Anthologie. Verlag Torsten Low, Meitingen 2010
"Ein Röslein, jung und morgenschön" und "Ich aber liege alleine". In: "Seitensprünge und Affären". Anthologie. Schweitzerhaus Verlag, Erkrath 2010
"Denn die Zeit ist nahe". In: etcetera. St. Pölten, März 2010
"Tränen sind mein Brot bei Tag und bei Nacht". reibeisen Nr. 27. Kapfenberg 2010
"Großes hat an mir getan der Mächtige". In: "Weihnachtslust ... oder Weihnachtsfrust?". Anthologie. Polamedia Verlag. Berlin 2010
"Empor ins goldene Reich des Liebesgottes". In: "Träume ... und doch so real". Anthologie. net-Verlag. Hennef 2010
"Das große Weihnachtswunder". In: X-Mas Stories. Anthologie. MedienFabrik. 2011 (Ohne Erscheinungsort.)
"Die Weisheit der Bäume". In: Zauberwelt – magische Momente". Anthologie. net-Verlag. Hennef 2011
"Reise durch die Hölle". In: "Reisen – und was es zu erzählen gibt". Anthologie. net-Verlag. Hennef 2011
"Die Münchner Himmelfahrt" und "Ich aber liege alleine". In: "Knall auf Fall allein. Vom Verlassensein." Anthologie. Cenarius Verlag. Hagen 2011
"Nach unserem Ebenbild". In: "Was man nicht sieht". Anthologie. Sperling-Verlag. Nürnberg 2011
"Empor ins goldne Reich des Liebesgottes". In: "Meer der Träume". Anthologie. Wendepunkt Verlag. Weiden 2011
"Die große Katastrophe" und "Siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig". In: "Chaos-Frauen und Macho-Männer". Anthologie. Noel-Verlag. Oberhausen 2011
"Verhasster Fluss, verhasstes Land". In: "Styx. Fluss der Toten". Anthologie. Luzifer-Verlag. Ahlen 2011
"Denn die Zeit ist nahe. Frauen im Urchristentum. Historischer Roman". AAVAA Verlag. Berlin 2011
"Das große Weihnachtswunder". In: "Winterzauber – Weihnachtszeit". Anthologie. Wendepunkt Verlag. Weiden 2011
"Heimlich vor den lieben Eltern". In: "Szenen der Lust. Mit allen Sinnen genießen". Anthologie. Schweitzerhaus Verlag. Erkrath 2011.
"Das Marokkanerle". In: Driesch. Zeitschrift für Literatur & Kultur #8, "fremd". Drösing 2011.
"Das Marokkanerle" und "Lasset die Kinder zu mir kommen". In: "Glückssache". Anthologie. Polamedia Verlag, Essen (Oldenburg) 2011
"Das Marokkanerle" (Kurzfassung). In: LOG. Zeitschrift für internationale Literatur. Ausgabe 131. Wien 2011
"Unterwegs in Marokko. Reiseroman" (Iatros Verlag, Potsdam 2012)
"Tahrir". In: "Befreiung". Hrsg. Europa- Literaturkreis. Kapfenberg 2012
"Zwei Frauen in einem Haus. 4 Erotische Erzählungen" ("Zwei Frauen in einem Haus. Todesangst und Liebeslust zu dritt", "Eine heiße Sommernacht", "Ein Vöglein in der Brust. Liebesabenteuer eines Reiseleiters", "Das Marokkanerle und meine verrückte Liebe". AAVAA Verlag, Berlin 2012)
"Unterwegs am Nil. Eine Reise durch Ägypten im arabischen Frühling" (Iatros Verlag, Potsdam 2012)
"Meinem Liebsten folge ich ins Paradies". In: "Verliebt bis in den Tod. Teil 2". net-Verlag. Cobbel 2012
"Der Maturaball". In: "Mörderische Begierden. Kriminelle Kurzgeschichten". Schweitzerhaus Verlag. Erkrath 2012
"Zeus regnet". In: "Auf Reisen". Anthologie. Polamedia Verlag, Essen (Oldenburg) 2012
"Der Todesengel". In: "Weltentor". Anthologie. Noel-Verlag, Oberhausen 2012
"Du sollst nicht töten. Apostel Johannes ermittelt" (Historischer Roman. AAVAA Verlag, Berlin 2013)
"Geliebter Gottesmann" (Liebesroman. AAVAA Verlag, Berlin 2013)
"Was der Liebesgott verbunden hat" (Liebesroman. AAVAA Verlag, Berlin 2013)
"Piraten! Piraten! oder: Heulen und Zähneknirschen". In: "Geheimnisvolle Geschichten. Piraten, Piraten!" Anthologie. Saphir im Stahl. Verlag Erik Schreiber. Bickenbach 2013
"Begegnung im Mondschein". In: Literarisches Österreich. Themenheft 2013: "aus der Zeit gefallen".Zeitschrift des Österreichischen Schriftsteller/innenverbandes. Wien 2013
"Sonnenuntergang auf Santorin". In: "Griechische Einladung in die Ägäis. Erzählungen, Geheimnisse und Rezepte", hrsg. Andreas Deffner. Größenwahn Verlag. Frankfurt am Main 2014
"Don Juan und Don Quijote. Liebe und Leben, Kultur und Natur in Spanien" (Edition Bärenklau 2014)
"Und es jubeln die Rachegeister" (Edition Bärenklau 2014)
"Ich liebte eine Hexe" (Edition Bärenklau, 2014)
"Wer eine Frau begehrlich ansieht" (E-Book, Edition Bärenklau, 2014)
"Das Fest der Liebe. Drei Erzählungen" (E-Book, Edition Bärenklau, 2014)
"Glück und Glas" und "Dritter im Bunde". In: "Brombeerrausch", hrsg. Franziska Röchter. Chiliverlag, Verl 2014
"Das Reich des Todes. Novellen" E-Book, Edition Bärenklau, 2014)
"Reise in ein unentdecktes Land" und "De profundis clamavi ad te, Domine". In: "Aus tiefster Not schrei ich zu dir. Erzählungen", hrsg. Marten Munsonius (E-Book, Edition Bärenklau, 2014)
"Von Mord zu Mord" (E-Book, Edition Bärenklau, 2015; Taschenbuch, Verlag Ferge, 2015)
"Michel und Micheline. Liebesnovelle" (E-Book, Edition Bärenklau, 2015)
"Die wunderbaren Abenteuer des Liebesgottes. Heitere Variationen über ein Thema von Platon" (E-Book, Edition Bärenklau, 2015)
"Unterwegs in der Türkei. Strände, Säulen, Minarette" (Iatros Verlag, 2015)
"Dein sei mein ganzes Herz. Liebesroman" (E-Book, Edition Bärenklau, 2015)
"Die Himmelfahrt des kleinen Karli" (E-Book, Edition Bärenklau, 2015)
"Eine Nacht in Kyrene" (E-Book, Edition Bärenklau, 2015)
"Lasst alle Hoffnung fahren ... und andere mörderische Begebenheiten (E-Book, Edition Bärenklau, 2015)
"Der Womanizer. Liebesroman" (E-Book, Edition Bärenklau, 2016)
"... so gebrauch ich Gewalt. Zwei Kriminalnovellen aus der Steiermark" (E-Book, Edition Bärenklau, 2016)
"Der Mord und das Mädchen. Roman" (E-Book, Edition Bärenklau, 2016)
"Neugierige Leute sterben bald. Ein Krimi aus Melk" (E-Book, Edition Bärenklau, 2016)
"Hat der Wolf erst Blut geleckt. Ein Krimi aus Vorarlberg" (E-Book, Edition Bärenklau, 2016)
"Der Preis des Ehebrechens. Ein Krimi aus München" (E-Book, Edition Bärenklau, 2016)
"Soll ich hier krepieren? oder: Wenn die Katze aus dem Haus ist. Ein Krimi aus Graz" (E-Book, Edition Bärenklau, 2017)
"Hellas mit und ohne Säulen. Unterwegs in Griechenland" (Erzählendes Sachbuch. AAVAA Verlag 2017)