Caroline Koczan
Charakterschauspielerin, ideenreich und kreativ, sehr musikalisch und vielseitig!
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gojim 1987 - 2007
gojim - ein politisch-musikalisches Projekt von 1987 - 2007
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Es war im November 1987, als gojim auf der Bühne des Akademietheaters das erste Mal öffentlich in Erscheinung getreten sind: in einer Solidaritätsmatinee des Wiener Burgtheaters für StudentInnen und PensionistInnen und gegen das erste große Sozial-Einsparungspaket der damaligen Regierung.

Von Anfang an war uns bewusst, dass für Nichtjuden alleine das Singen von jiddischen Liedern bereits ein politisches Statement ist. Während der Zeiten des „Jetzt erst recht!“ um die Waldheimaffäre, während politische Gruppierungen und der damals erstarkende rechte Flügel der FPÖ mit Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit auf Stimmenfang gingen und erfolgreich waren (!), während nach wie vor von wirklicher historischer Auseinandersetzung und Aufklärung über die Rolle Österreichs während der NS-Zeit noch nichts zu spüren war, war es uns unmöglich die Lieder der osteuropäischen Juden nicht im Kontext zur Zeitgeschichte zu sehen und zu interpretieren.

Wir haben es uns damit oft nicht leicht gemacht. Und auch nicht unserem Publikum. Haben wir es doch gezwungen uns zuzuhören, all das aufzunehmen, was wir in Archiven und in Gesprächen mit ZeitzeugInnen erfahren haben.

In den 1990er Jahren setzte dann ein breiter politischer Konsens ein: Österreichs Rolle als „erstes Opfer des Nationalsozialismus“ wurde vom damaligen österreichischen Bundeskanzler Vranitzky erstmals offen angezweifelt und die Mitverantwortung Österreichs an den Verbrechen des Holocaust eingestanden, österreichische HistorikerInnen gingen daran die Restitution an jüdische Opfer des NS-Regimes und an ZwangsarbeiterInnen vorzubereiten. Auch innerhalb der österreichischen Bevölkerung fand im Großen und Ganzen ein Umdenken statt: die FPÖ musste erkennen, dass mit offenem Antisemitismus und plumpen Anspielungen („Ariel“) keine Wahlen mehr zu gewinnen waren.

In diese Zeit fiel der Hauptteil unserer künstlerischen Tätigkeit: Konzerttourneen führten uns durch Österreich, Deutschland, die Schweiz, Italien, Ungarn, Kroatien, Russland, das Baltikum bis nach Israel. Überall trafen wir Menschen, die uns ihre persönlichen Geschichten erzählten. Manche Begegnungen waren so berührend und fruchtbar, wie jene mit Shoshana Rabinovici oder Mascha Rolnikaite, dass daraus Programme, ein Buch und ein Film wurden.

Gleichzeitig war uns aber bewusst, dass die jüdische Kultur so reich und vielfältig ist und nicht ausschließlich durch die Shoah definiert werden darf. Unser Kontakt zu jüdischen Musikgruppen in Österreich – viele von ihnen wurden von Zuwanderern aus dem Osten gegründet – wurde intensiviert und so nahmen auch wir mehr und mehr Instrumentalnummern in unser Repertoire auf, forschten auch hier und erlebten den „Klezmerboom“ und das große Interesse des Publikums für dieses Genre.

Allerdings war uns stets wichtig nicht auf bestimmte Modeerscheinungen und auf Klischees aufzuspringen. Inhalt und Form standen stets im Mittelpunkt unserer Arbeit. Die Vielfalt der jüdischen Kultur zeigten wir auch durch die Vielfalt unserer Programme. Ob mit Eigenvertonungen jiddischer Lyrik aus dem Wien der 1920er Jahre oder mit den Cabaretsongs des Emigranten Jimmy Berg - eine Vielfalt von Musik und Themen tat sich auf.

Nun sind seit unserem ersten Auftritt im Akademietheater bis heute 20 Jahre vergangen. Die zeithistorische Aufarbeitung in Österreich hat stattgefunden, die Restitutionsgesetze sind in Kraft getreten, der Dialog über historische Vorgänge ist um vieles leichter und einfacher geworden. Vielen Menschen ist der Begriff „Klezmer“ nicht mehr unbekannt – und das Fremde, Unbekannte hat durch diese Musik einen vertrauten Klang erhalten.


Ich weiß noch, als wir uns nach unserer berührenden Israel -Tournee 1998, bei der wir vor Überlebenden des Ghetto Wilna aufgetreten waren, ratlos fragten: was wir jetzt eigentlich noch tun könnten? Es gab noch einiges zu tun. Wir gingen an Schulen und erarbeiteten mit Jugendlichen musikalische und zeithistorische Projekte, die vielen SchülerInnen eine neue Sichtweise zur Zeitgeschichte und zu heutigen Themen eröffneten.

Obwohl auch der letzte Wahlkampf zur Nationalratswahl 2006 wieder eindringlich gezeigt hat, dass PolitikerInnen von rechtsgerichteten Parteien in unserem Land nach wie vor mit den Sorgen und Ängsten der BürgerInnen spielen und gezielt Ängste schüren, Bilder und Worte benützen, die ihren grauenvollen Platz in Österreichs Zeitgeschichte haben, sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir das Projekt gojim abschließen müssen. Die dringenden Themen von heute haben sich gewandelt und müssen mit heutigen Mitteln aufgearbeitet werden. Unser letztes Programm „East and West“ ist auch ein Bekenntnis zu einem kulturell vielfältigen Europa. Wir werden daher 2007/2008 eine große "20 Jahre gojim Jubiläums Tournee" starten, die uns ein letztes Mal durch Österreich und die angrenzenden Länder führen soll.

Wir beschließen das Projekt mit der Gewissheit, dass wir 20 wichtige Jahre in unserem Land künstlerisch und musikalisch begleiten konnten, mit der Hoffnung, dass durch Musik weiterhin Grenzen und Barrieren in den Köpfen der Menschen, sowie Angst vor dem Fremden abgebaut werden können und wir beenden unser gojim – Projekt mit einem Dank an unser treues Publikum, das uns die letzten 20 Jahre begleitet hat!

Caroline Koczan
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Pressestimmen
"Die Musikalität und Spontanität der Gruppe Gojim (...), die mit einem untrüglichen Verständnis für Tradition arrangierten jiddischen Lieder und Gesänge(...) lassen den Abend zu einem besonderen Erlebnis werden.“
Österreichische Theaterzeitunng

„Augen und Ohren gehen einem auf und man möchte mittanzen.“
der Standard

„Wer sie spielen hört, meint, das Jiddische sei ihnen in die Wiege gelegt worden. Und doch sind sie alle „Gojim“, Nichtjuden“.
Die Presse

„Die gojim wollen nicht bloße Wiedergabe, nicht die Weiterführung der Tradition sein. Ihre Interpretation fußt auf Studien der Geschichte. Die gojim forschen in Bibliotheken und Archiven, in Gesprächen und Interviews danach, wie die Lieder früher gesungen wurden, und sie wissen den Ton zu treffen, der die jüdischen Gesänge seit jeher zum Schwingen brachte. Doch wählen sie eine eigene Stimmung, die den Klangraum zwischen Vergangenheit und Gegenwart auszufüllen vermag."
Doron Rabinovici

„It´s time to look at more than klezmer and more than Yidddish folk song. (…) This is one of the most compelling albums of “lost” Yiddish poetry that I´ve listened to so far.”
Ari Davidow, L.A. Internet

“GOJIM taten das einzig Richtige und wählten einen musikalischen Ekklektizismus, der den populären Stilen unseres Jahrhunderts auf geschmackvolle Weise Tribut zollt.”
Concerto


"Gojim has taken a collection of Yiddish poems, written in Vienna in the 1920's and set them to various styles of music ranging from 'traditional folk' to contemporary. A very unique and captivating recording."

Hatikvah Music

„Ihre Diszipliniertheit macht die GOJIM zu hervorragenden Interpreten vertonter Lyrik. Mit „In a schtodt woss schtarbt“ gelang ihnen ihr bislang reifstes Werk."
Volksstimme

„Den GOJIM und ihrem hingerissenen Publikum sind noch viele gemeinsame Jahre zu wünschen „In a schtodt woss lebt!“
Der Bund

„Seine Melodien wurden nun einem interessierten Publikum (...) präsentiert, wo das Ensemble rund um die charismatische Sängerin Caroline Koczan (...) gastierte. (...) Das Ensemble „Gojim“ bewies Einfühlungsvermögen und bot eine großartige musikalische Darbietung. Ein bemerkenswerter Abend.“
Badener Zeitung, 2002

„Die in Baden gebotene mitreißende szenisch-musikalische Collage unter dem Titel ‚Sperrstund´ is!’ setzte sich mit den vorwiegend nichtarischen Interpreten der als ‚entartet’ verfemten österreichischen Kleinkunst der Zwischenkriegszeit auseinander.“
Badener Rundschau, 2002

"Die sechs MusikerInnen sind tatsächlich Gojims, Nichtjuden. gojim treten meist mit einem Themenprogramm auf, weil sie nicht nur unterhalten, sondern zugleich auch einen Teil der Geschichte der Juden vermittlen wollen. Jiddische Lyrik und Musik jenseits oberflächlicher Spaßkultur."
Ditta Rudle, Illustrierte Neue Welt

Fünfzehn Jahre und kein bisschen leise...Ja, so lange gibt es sie schon, die „Gojim“. Allesamt hervorragende Musiker, die wie kaum eine zweite Formation im deutschsprachigen Raum die „Neschome“ (Seele) jüdischer Musik verinnerlicht haben und vermitteln können."
Ernst Meir Stern, Der Bund, 2003

"... Dass sich ausgerechnet Wiener Künstler nichtjüdischer Abstammung getrauen, dieses kostbare musikalische und kulturelle Erbe wieder zu beleben, scheint zunächst einmal ein Paradoxon zu sein. Doch belehrte die Gruppe Gojim ihr recht zahlreich erschienenes Publikum bei einem Konzert unter dem Titel 'East and West' (...) in Kolbermoor eines Besseren. Als 'Brückenbauer' (...) zwischen Ost und West boten die fünf Musiker hierbei nicht nur einen Überblick über die verschiedenen Formen der jiddischen Klezmer-Musik von Osteuropa bis Amerika, sondern berichteten zugleich immer wieder über die spannungsgeladene Geschichte eines gejagten Volkes und seiner jiddischen Sprache. (...) Die rassige, quirlige Sängerin Caroline Koczan verlieh den verschiedenen Liedern durch ihre markante, ausdrucksstarke und sauber intonierte Stimme sowie ihr schauspielerisches Talent stets den rechten Charakter. So sang sie, ja durchlebte sie innerlich das unerträgliche Leben in einem jüdischen Ghetto mit dem lebensnotwendigen Quäntchen Hoffnung der Bewohner. (...) All das wäre undenkbar gewesen ohne das ebenso authentische wie professionelle Zusammenspiel von Akkordeon (Franz Ruttner), Geige (Daniela Fischer), Saxophon (Martina Cizek) und Kontrabass (Bernhard Ziegler), das immer wieder in einem ausschweifenden Klangkonglomerat, durchwoben von schwierigen Rhythmen, gipfelte. (...) Insbesondere bei den spritzigen, sich in Tempo und Intensität kontinuierlich steigernden Tänzen (...) waren Geige und Saxophon federführend. (...) Dem großen Applaus zollten die Musiker mit dem populären Lied 'Baj mir bisstu schejn' (...) Tribut.

Raphaela Hinterberger, ovb.online.de, 2006
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PROGRAMME UND PROJEKTE von gojim:

EAST AND WEST
KLezmermusik und jiddische Lieder
von Birobidjan bis New York, 2006

Ein musikalisch bunter Streifzug durch die Vielfalt und Lebendigkeit der jüdischen Kultur, im Spannungsfeld zwischen Ost und West!

GEMMA HALT A BISSL UNTER! - Jimmy Bergs politische Cabaretsongs aus Wien und New York, 2003

In diesem Programm setzen sich die „gojim“ mit dem Wiener Textdichter und Komponisten Jimmy Berg auseinander, der 1938 vor den Nationalsozialisten flüchten und seine Heimatstadt Wien verlassen musste.
Seine witzig, ironischen Songs, oft in einem Sprachengemisch aus Englisch, Deutsch, Wienerisch und Jiddisch, führen das Publikum auf eine Reise von Wien nach New York, zwischen Flucht und Emigration, Hoffnung und tatsächlicher Realität im Exil.

IN A SCHTODT WOSS SCHTARBT - jiddische Lyrik aus dem Win der 1920er Jahre, vertont von gojim (szenisch-musikalische Lesung, CD)

ESS FIRT KEJN WEG ZURIK - das Ghetto von Wilna 1941 - 1943; szenisch-musikalische Collage, Regie: Helmut Schwarzbach, LP/CD, Buch: Ess firt kejn Weg zurik - Die Geschichte und die Lieder des Ghettos von Wilna, Hrsg: Freud/Ruttner/Safrian, Picus Verlag

TSCHOLENT - jiddische Theaterlieder und Klezmermusik,Konzertprogramm, CD

LESCHT DOSS FAJER! - jiddische Arbeiter- und Widerstandslieder, Konzertprogramm und LP, 1989

weitere Produktionen mit gojim:

A LIDL UN A MAJSSE - chassidische Geschichten, nacherzählt von Martin Buber, gelesen von Martin Schwab, Musik: gojim, Lesung mit Musik, regie: Airan Berg, Burgtheater/Lusterboden, 1989,
ORF- Aufzeichnung 1990, Regie: Helmut Schwarzbach

KADDISCH - nach der Novelle von Sholem Alejchem "Tewje der Milchmann", Volkstheaterproduktion, Musik: gojim, Regie: Rudi Jusits, Volkstheater Wien

MOTL,DER SOHN DES KANTORS - szenisch-musikalische Lesung, Novelle von Sholem Alejchem, Motl: Caroline Koczan, Musik: gojim, Dramaturgie: Caroline Koczan, 2007

Film: WIR LEBEN EWIG - Dokumentarfilm mir Überlebenden des Ghetto Wilna, von Carla Knapp, nanook-films, Musik: gojim, 2000
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Projekte:

GEDENKEN BEGEHEN - ein Zeitgeschichteprojekt mit SchülerInnen aus vier Hauptschulen im Bezirk Scheibbs, zur Erinnerung an die tragischen Ereignisse während des Todesmarsches ungarischer Juden und Jüdinnen im April 1945

Bericht über die Gedenkveranstaltung und den Gedenkmarsch am 14.4.2002 in Randegg/NÖ

Auf Initiative und Anregung der österreichischen Musikgruppe „gojim“ wurde das Gedenkprojekt „gedenken begehen“ im Juni 2001 initiiert, in Zusammenarbeit mit den Hauptschulen von Randegg, Göstling, Gresten und Lunz/See.

Bei dem Projekt „gedenken begehen“ handelte es sich um eine Hilfestellung zur Aufarbeitung der tragischen Ereignisse in Randegg, Göstling und Gresten während der letzten Kriegstage im April 1945, als Transporte ungarischer Juden und Jüdinnen, die zu jener Zeit zur Forst- und Straßenarbeit eingesetzt worden waren, westwärts in die Nebenlager des KZ Mauthausen gebracht werden sollten. Um Transport- und Verpflegungskosten zu sparen, sowie um die Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes zu vertuschen, wurden die Juden und Jüdinnen auf ihrem Marsch auf schreckliche Weise am Waldrand, auf Forstwegen, in Wassergräben und in Baracken von Einheiten der Waffen-SS liquidiert. Unter Anordnung der SS, des SD, der NS-Kreisleitung Scheibbs und örtlichen HJ-Führern, wurden diese „Aktionen“ geplant und durchgeführt. Besonders erschreckend ist auch die Tatsache, dass für diese „Aktionen“ auch Jugendliche aus dem HJ-Lager Lunz/See unter Straf- und Morddrohungen herangezogen wurden.
In Workshops erarbeiteten 150 SchülerInnen mit ihren LehrerInnen und mit „gojim“ Beiträge zu den Themen: jüdische Feste und Traditionen, Nationalsozialismus im Bezirk Scheibbs - das HJ-Lager Lunz/See, ZeitzeugInnen berichten in Wort, Bild und Ton über die Ereignisse im April 1945, sowie den Videofilm „gedenken begehen – ein Zeitzeuge berichtet“, einen Ausdruckstanz zur Musik von „Der Dybbuk“, jiddische und hebräische Lieder, israelische Tänze und das Singspiel „Die Hexentrommel“, das sich mit dem Thema „Ausgrenzung und Vernichtung“ auseinandersetzt.

Die ersten Ergebnisse der SchülerInnen waren bereits im Rahmen des Most4telfestivals am 19.1.2002 in Lunz/See in Form von Ausstellungen, Referaten, Fotodokumentationen und künstlerischer Darbietungen der Öffentlichkeit präsentiert worden. Da es sich abgezeichnet hatte, dass die Schulen ihre Arbeit an der zeithistorischen Aufarbeitung vertiefen wollten, wurde die Anregung der „gojim“, einen Gedenkmarsch im April 2002 zu machen, von den Beteiligten aufgenommen. Auf Initiative des Hauptschuldirektors Herfried Wolf entstand die Idee vor dem eigentlichen Gedenkmarsch noch einmal eine Gedenkveranstaltung in der Hauptschule Randegg zu machen, um den SchülerInnen die Möglichkeit zu geben, ihre Beiträge auch direkt in ihrer Heimatregion der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Inzwischen hatten die SchülerInnen durch ihre persönliche Auseinandersetzung mit der örtlichen Geschichte und der jüdischen Kultur im Allgemeinen, einen Impuls zum Dialog mit der Eltern- und Großelterngeneration gesetzt und ZeitzeugInnen ausfindig gemacht, die bereit waren in die Schule zu kommen und von ihren Erlebnissen zu berichten.
In Zusammenarbeit mit der HS-Randegg, der Pfarre Randegg, „gojim“ und vielen engagierten Privatpersonen wurde die Gedenkveranstaltung für den 14.4.2002 geplant. Während die Gruppe „gojim“ um die Öffentlichkeitsarbeit und die Koordination bemüht war, haben in Randegg vor Ort, Herr Dir. Wolf, die Religionslehrerin Frau Naske, sowie Pfarrer Waser, in Zusammenarbeit mit vielen ortsansässigen Helfern, die Organisation übernommen und sich um den reibungslosen Ablauf gekümmert. Organisatorische Unterstützung erhielt das Projekt auch durch Frau Dr. Wagner, welche im Auftrag des Innenministeriums die nö. Gedenkstätten der Nebenlager von Mauthausen betreut.

Es ist den InitiatorInnen gelungen Persönlichkeiten von Politik und Kultur von der Wichtigkeit dieses Projekts zu überzeugen. Sehr spontan und unbürokratisch hatten Frau Dr. Margot Klestil Löffler, der Innenminister Dr. Ernst Strasser, sowie der LH von Niederösterreich, Dr. Erwin Pröll den Ehrenschutz für diese Veranstaltung übernommen. Da allen Beteiligten der Gedanke der Ökumene sehr notwendig erschien, wurden Vertreter der drei Religionsgemeinschaften, röm. katholische Kirche, evangelische Kirche und israelitische Kultusgemeinde eingeladen, sich an der Gestaltung der Gedenkfeier zu beteiligen.

Am 14.4.2002 war es soweit. Um 15:30 wurde die Ausstellung eröffnet, die regen Zuspruch und großes Interesse fand. Die SchülerInnen hatten ihre Ausstellungen um einige Exponate und Ergebnisse bereichert: so zum Beispiel mit einer Namensliste der jüdischen Opfer, mit Alters- und Wohnortangabe, die den Projekttreibern freundlicher Weise vom Holocaust Dokumentationszentrum Budapest zur Verfügung gestellt worden war. Die SchülerInnen hatten die Namen auf eine große Tafel angebracht, während über Band die Namen zu hören waren. Herr Pöchhacker aus Randegg stellte landwirtschaftliche Geräte aus der Zeit des II. Weltkrieges als „stumme Zeugen“ zur Verfügung. Die Ausstellung über die jüdischen Feiertage wurde durch eine liebevoll gestaltete Tafel erweitert, die das Purim-Fest zum Inhalt hatte.

Um 16:30 füllte sich der Turnsaal, in dem die Gedenkveranstaltung stattfinden sollte derart, dass die Anzahl der Sitze auf das Doppelte erhöht werden musste: etwa 350 Personen nahmen Anteil an dem Gedenken und begeisterten sich für die Arbeit und die Darbietungen der SchülerInnen.

In seiner Begrüßungsrede betonte Direktor Wolf, dass es der Veranstaltung weder um „richten noch um rechten“ gehe, sondern um das aufrichtige Gedenken der Opfer, dass es darum ginge „aus unseren Kindern tolerante und kritisch denkende Menschen“ werden zu lassen. Pfarrer Waser informierte das Publikum über den Ablauf des Gedenkmarsches und hob die Wichtigkeit der Ökumene hervor. Caroline Koczan, Sängerin der „gojim“ und Moderatorin der Veranstaltung, betonte die Hoffnung, dass mit diesem Gedenken die Auseinandersetzung mit regionaler Zeitgeschichte nicht beendet sein würde und verlas eine Grußbotschaft des Leiters des Holocaust Dokumentationszentrums Budapest, Dr. Szabolcz Szita . Die InitiatorInnen bedankten sich allgemein bei allen, die das Projekt ideel, finanziell und materiell unterstützt hatten.

Anwesend waren u.a. der Gesandte der Ungarischen Botschaft Jenö Udvardy, Frau Dr. Wagner vom Innenministerium, der Bezirkshauptmann von Scheibbs Hofrat Dr. Panzenböck, der Bürgermeister von Randegg Engelbert Wieser, Dr. Arnberger vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, der evangelische Pfarrer Battenberg, Diakon Vögele, die Pfarrer von Göstling, Gresten und Lunz/See, sowie der langjährige Kantor der jüdischen Gemeinde Graz, Richard Ames. Anwesend waren auch BerichterstatterInnen des NÖ Kurier und des ORF (Funk und Fernsehen).

Die „gojim“ unterstützten und begleiteten die SchülerInnen bei ihren musikalischen Darbietungen und präsentierten osteuropäische Klezmermusik. Sie beendeten das Programm mit „Sog nit kejnmol, as du gejst dem leztn weg“, jenem Lied, das ursprünglich dem jüdischen Widerstand in Wilna entsprang, nach der Shoah aber allen jüdischen Überlebenden zur Hymne wurde.

Um 18 Uhr begann der Gedenkmarsch, der sich etwa 2 km bis in die Schliefau zur KZ-Opfer Gedenkstätte zog. Auf halber Strecke legte der Zug eine Zwischenstation ein.

Pfarrer Waser erzählte von 500 Zwangsarbeiterinnen, die gegen den Befehl, die Bomben vom laufend bombardierten Amstettner Bahnhof wegzuräumen, Widerstand geleistet hatten und den Befehl nicht ausführten. Sie wurden dafür zwar mit Bunkerhaft bestraft, ihr Widerstand hatte aber sonst keine Strafkonsequenzen. Erst als diese Frauen erfuhren, dass an ihrer Stelle neu angekommene Zwangsarbeiter diese Arbeit erledigen sollten, beschlossen sie, sich zu opfern, um nicht das Leben anderer zu gefährden. Zur Erinnerung an diese Frauen und an Häftlinge, die auf ihrem Durchmarsch zu flüchten versucht hatten und in Randegg erschossen worden waren, wurden Gebete gesprochen und ein Psalm gelesen.

Im Anschluss daran wurden die Beteiligten des Marsches eingeladen aus Körben einen Stein mitzunehmen und ihn symbolisch, nach einer traditionellen jüdischen Sitte, beim Mahnmal niederzulegen. Während der Zug weiterging kamen mehrere Ortsbewohner aus ihren Häusern, um sich dem Gedenkmarsch anzuschließen.

Kurz bevor der Gedenkmarsch das Mahnmal erreichte, wurden Fackeln entzündet. Das letzte Stück des Weges bis zur KZ-Opfer Gedenkstätte beschritten die TeilnehmnerInnen mit den Fackeln, die sie vor Ort dann rund um das Mahnmal und in die Wiese steckten, wo etwa 120 lebensgroße schwarze Schablonenfiguren auf dem Hügel vor dem Mahnmal, in Gruppen oder einzeln aufgestellt waren. Diese Figuren, gestaltet vom ortsansässigen Künstler Anton Hofmayer, sollten die Anzahl der Opfer symbolisieren. Dazwischen standen die Beteiligten der ökumenischen Gedenkfeier. Vor dem Mahnmal war auf dem Boden ein „Magen David“ durch Schnüre gekennzeichnet, auf welche die TeilnehmerInnen die Steine legten, sodass nach und nach ein steinener Magen David entstand. Nach Gebeten, Fürbitten, Psalmen, gelesen und vorgetragen von den Pfarrern der beiden christlichen Konfessionen, sang Richard Ames das Kaddisch für die Opfer. Mit gemeinsamen Gesängen und einem gemeinsamen Gebet, sowie dem „aaronitischen Segen“, der in allen drei Konfessionen von Bedeutung ist, wurde diese berührende Gedenkfeier beendet.

Dass sich eine so beachtliche Zahl von Menschen diesem Gedenken öffentlich angeschlossen hat, ist sicher einerseits auf die Auseinandersetzung der Jugendlichen mit der Geschichte ihrer Großeltern zurückzuführen und das Interesse, welches sie dadurch in der Bevölkerung geweckt haben, aber andererseits darf mit Sicherheit nicht außer Acht gelassen werden, dass Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens für diese Veranstaltung den Ehrenschutz übernommen hatten.

Nach Gesprächen mit SchülerInnen, LehrerInnen und Beteiligten des Gedenkmarsches kann gesagt werden, dass die gesteckten Ziele dieses Projektes erreicht wurden:
Der Dialog zwischen den Generationen hat statt gefunden, bzw. findet noch statt. Die Jugendlichen haben sich auf Spurensuche begeben und ihre eigene, unmittelbare regionale Geschichte aufgearbeitet. Es ist gelungen, das Interesse für eine fremde Kultur, in diesem Falle, die jüdische Kultur zu wecken und es zeichnet sich ab, dass ähnliche Projekte auch an anderen Schulen geplant werden. Außerdem plant die HS Randegg das Mahnmal hinkünftig mit SchülerInnen im Rahmen des Geschichts- und Religionsunterrichts weiterhin zu pflegen und neu zu gestalten.

Wir bedanken uns bei:
NÖ Bildungs- und Heimatwerk (Gesellschaft für politische Bildung), Most4telfestival 2002, Bundesministerium für Inneres, sowie Dr. Margot Klestil Löffler, Innenminister Dr. Ernst Strasser, LH Dr. Erwin Pröll, Dr. Lappin (Institut zur Erforschung der Geschichte der Juden in Österreich), Dr. Wagner (Innenministerium), Dr. Szita (Holocaustmuseum Budapest), Dr. Mulley, Dr. Arnberger (DÖW), Dir. Wolf, Pfarrer Waser (Randegg), Anton Hofmayer, Thomas und Ulrike Naske, Frau DI Adi Ruttner, Pfarrer Hahn (Lunz), Richard Ames, Hofrat Paul Grosz, Edith Bachkönig, Doris Appel, Klaus Ther (ORF), Raiffeisenbank Wieselburg, FFW Randegg, bei allen ZeitzeugInnen für ihre Bereitschaft zur Kooperation und nicht zuletzt bei allen beteiligten LehrerInnen und SchülerInnen der HS Randegg, Göstling, Gresten und Lunz/See, die durch ihr Engagement und ihre Beiträge zum Gelingen dieses Projekts maßgeblich beigetragen haben! Danke!
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SIE LEBEN EWIG! (Referat von Petra Konecny, Historikerin)

Die deportierten Juden aus dem Bezirk Scheibbs, welche die nationalsozialistischen Vernichtungslager nicht überlebten und die im April 1945 in Göstling, Randegg und in der Nähe von Gresten ermordeten jüdischen Frauen und Männer und Kinder aus Ungarn werden nie mehr lebendig, jene Morde können nicht entschuldigt, geschweige denn rückgängig gemacht werden.

Diese Veranstaltung, die historischen Recherchen und die damit verbundene Auseinandersetzung mit einem Teil der Geschichte , der allzu gern verschwiegen wurde und wird und die Beschäftigung mit der jüdischen Kultur sollen aber dazu beitragen, diese Toten einer anonymen Statistik zu entreißen.
Schüler und Schülerinnen haben gemeinsam mit deren Lehrern, also Ihr und Sie, und gemeinsam mit jenen, die die Mahnmale in Randegg und Göstling errichtet hatten, versucht den ermordeten Juden und Jüdinnen ihr Gesicht, ihren Namen , ihre Würde und ihre Geschichte wiederzugeben und ermöglicht damit, nach fast 60 Jahren, ein Gedenken, ein Nachdenken in dieser Region zu begehen.

Ein Nachdenken über den Antisemitismus und an seine bereits Mitte der dreißiger Jahre diskriminierenden Folgen als Ausdrücke wie: „Gemma zum Juden einkaufen“ oder „der Jud“ und der Ausschluss jüdischer Einwohner von Turn und Gesangsvereinen , wie beispielsweise in Scheibbs, alltäglich wurden. Neue Impulse erhielt der Antisemitismus in Scheibbs bereits einen Tag nach der nationalsozialistischen Machtübernahme, als ebendort das Flugblatt „Juda will den Krieg“ verteilt und kurz darauf (März 1938) den jüdischen Einwohnern und Einwohnerinnen das Tragen ihrer Landestrachten und der Besuch im Freibad verboten wurde. Ein erster Transport Scheibbser Juden nach Dachau erfolgte bereits im Juni 1938. (desselben Jahres)
Bis zum Jahre 1942, als der Landrat in Scheibbs, der Gestapo den Bezirk als judenfrei meldete, wurde die jüdische Bevölkerung entweder in die nationalsozialistischen Vernichtungslager deportiert, oder sie wurden zur Ausreise gezwungen, nachdem man ihr Vermögen eingezogen hatte. Ihr Schicksal liegt weitgehend im Dunklen.

Die aus den Städten Szeged und Debrecen stammenden ungarischen Juden wiederum wurden ab Herbst 1944 beim Forstamt Gaming , der Agrarbezirksbehörde sowie bei der Organisation Todt in Göstling beschäftigt. Sie sollten nur kurz bleiben, Kinder , Frauen und Männer, die hierher deportiert worden waren, um als Zwangsarbeiter beim Haus oder Straßenbau verwendet zu werden, knapp ein halbes Jahr haben sie hier verbracht um dann aus „Kostengründen“ (Unterbringung, Kost und Logis) von den nationalsozialistischen Schergen ermordet zu werden. Eines der jüngsten Opfer war 2 Jahre alt. Einer der jüngsten Täter gehörte der Hitlerjugend an. Über die am 13 April ermordeten jüdischen Zwangsarbeiter in Göstling wurde bereits im Video berichtet, daher möchte ich kurz die Geschehnisse in Randegg erläutern:
Ebenfalls am 13 . April traf in Scheibbs ein weiterer Transport mit mehr als 100 ungarischen Juden ein.. Die Kreisleitung war darüber nicht erfreut und nicht schlüssig, wie man diese unterbringen und verpflegen sollte. Es kam zu einer Besprechung im Lokal der HJ- Bannführung in Scheibbs, wo auch die Göstlinger Judenmorde zur Sprache kamen, Drei Scheibbser Hitlerjungen wurde am selben Abend befohlen sich um 7 Uhr in der Bannführung einzufinden, um den neuen Judentransport zu begleiten. Dann wurde in der Bannführung gefeiert.

Am Sonntag, den 15 April trafen sich Hitlerjungen, Sicherheitsoffiziere , Einheiten einer in Lunz am See stationierten SS—Werfer-Einheit sowie zwei HJ Führer .Die ungarischen Juden waren in der Zwischenzeit mit Bussen nach Randegg gebracht worden, wo sie nach einer Zählung (ein Zeuge glaubt von „100 Erwachsenen und 17 Kindern von zwei bis 17 Jahren „ gehört zuhaben) in ein Gebiet namens Schliefau gebracht wurden.
Sie wurden von der Hitlerjugend und der Waffen-SS, geführt von einem als Unteroffizier verkleideten Hitlerjungen eskortiert. Ein weiterer Hitlerjunge hatte die Gegend bereits erkundet und eine kleine Senke als Rastplatz auserkoren. Den ungarischen Juden und Jüdinnen wurde befohlen Reisig zu sammeln, um, wie man ihnen sagte, Erdäpfel braten zu können.

Schließlich mussten sich die Ungarn eng zusammensetzen und auf ein Zeichen, begann man mit einem Maschinengewehr von einer Anhöhe aus auf die Gefangenen zu schießen. Überlebende wurden durch Gewehr und Pistolenschüsse getötet. Das Reisig war für ihre Verbrennung!
Während das Exekutionskommando abzog wurden noch 6 Hitlerjungen aus dem HJ-Lager Lunz nach Randegg beordert, um bei der Verbrennung der Leichen zu helfen!
Weitere 16 Juden wurden am 16 April in der Nähe von Gresten (Schadneramt) von der SS in der Nähe eines Wassergrabens erschossen .

Nach dem Krieg kam es zu den sogenannten Scheibbser Judenmordprozesse dazu die Weltpresse: „Terrorgruppe Hochschwab verübte 200 Morde“
Wir verfügen leider über keine Gesamtzahlen über die in Österreich ermordeten ungarischen Juden, da die SEK nach dem Einrücken der roten Armee in Wien evakuiert wurde und die Akten durch die SS am 2. April. vernichtet wurden .
Sie leben ewig, obwohl mit ihnen Scheibenschießen veranstaltet wurde, obwohl sie diskriminiert wurden, in Baracken verbrannt wurden, und Juden und Jüdinnen die in den Augen ihrer Mörder NICHTMENSCHEN waren.

In Erinnerung an diese MENSCHEN wollen wir auch im April ein Gedenken begehen: am 14. April findet in Randegg ein Gedenkmarsch statt. Wir alle, die hier auftreten, wollen Sie dazu einladen. Treffpunkt, Uhrzeit und Route werden noch bekannt gegeben.

Ich persönlich möchte mich noch bei allen Mitwirkenden bedanken!
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SPUREN SUCHE - Schulprojekt mit SchülerInnen der Musikhauptschule Alseggerstraße, 1180 Wien, im Gedenken an das Novemberpogrom 1938

gojim und SchülerInnen gedenken mit einem Projekt des 10. Novembers 1938 und begeben sich auf "Spuren - Suche"

Nach ihrem erfolgreichen Projekt "gedenken begehen" mit 4 Hauptschulen im Bezirk Scheibbs, wollten Mitglieder der "gojim" den SchülerInnen der 4. Klasse der Musikhauptschule Alseggerstraße die Möglichkeit geben, Geschichte direkt erleben und begreifen zu können: im Rahmen von Workshops und Recherchen über ihre Schule, ihren Bezirk und ihre unmittelbare Umgebung.

Durch einen glücklichen Zufall , während der Arbeit zu ihrem neuen Projekt über den Wiener Komponisten und Textdichter Jimmy Berg , waren "gojim" auf eine Zeitzeugin gestoßen: Trude Berg, Witwe von Jimmy Berg, die vor 1938 Schülerin der HS Alseggerstraße gewesen war. Sie berichtete davon, dass ebendiese Schule am 10. November 1938 ein Sammelplatz für einen Judentransport war. Trude Berg, geborene Hammerschlag, musste 1939 vor den Nationalsozialisten flüchten, lebt heute in New York und stattete ihrer ehemaligen Schule im Mai 2003 einen Besuch ab. Dabei kam es auch zu einer berührenden Begegnung zwischen ihr und den SchülerInnen der 4a. Für die SchülerInnen ergab sich damit eine konkrete Verbindung zu den historischen Ereignissen während der Zeit des Nationalsozialismus.

Gemeinsam mit den Musiklehrern Hr. Szelinger und Hr. Ringhofer, sowie mit Mitgliedern der Musikgruppe wurden mit den SchülerInnen Musikstücke der osteuropäischen Juden einstudiert (jiddische Lieder, Klezmermusik, Nigunim, Tänze), während mit der Lehrerin für Geschichte und Deutsch Fr. Eigelsreiter in Kleingruppen und mit Hilfe von HistorikerInnen den historischen Fakten nachgegangen worden ist. Die Recherchen erfolgten in Zusammenarbeit mit Historischen Archiven wie: DÖW, Stadt und Landesarchiv der Stadt Wien, Jüdisches Museum Wien, Archiv des Stadtschulrates von Wien, Yad Vashem, www.lettertothestars.at

Ziel war: Eine Mahnwache, eine öffentliche Präsentation von Ergebnissen der Recherchen, eventuell auch im Rahmen eines Konzertes mit den SchülerInnen und der Musikgruppe "gojim", sowie eine virtuelle Ausstellung durch Erstellung einer Website . Die Rechercheergebnisse sollen auch dem Bezirksmuseum Währing zur Verfügung gestellt werden.

Eigentliches Ziel aber war es, den SchulabgängerInnen der MHS-Alseggerstraße durch persönliche Erfahrungen bei ihrer Spurensuche einen Zugang zur Zeitgeschichte zu ermöglichen und ihre Fähigkeiten zum eigenständigen Arbeiten zu fördern. Durch dieses Projekt sollte aber auch das Selbstbewusstsein und der Teamgeist der SchülerInnen gestärkt, sowie ihre Kritik- und Diskussionsfähigkeit trainiert werden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Projekt "Spuren-Suche" den SchülerInnen neue Sichtweisen eröffnet hat; sie haben gelernt kritisch zu denken, bestimmte Denkweisen zu hinterfragen und ihre Umgebung bewusst wahrzunehmen. Sie werden nun das Erfahrene nochmals zusammenfassen, das eine oder andere Thema noch gründlicher bearbeiten und dann eine virtuelle Ausstellung, d.h. eine eigene Website zu ihrem Projekt gestalten. Dabei werden ihnen HistorikerInnen und Archive, sowie ihr Lehrer für Informatik Anderas Szelinger hilfreich zur Seite stehen.

Dieser Bericht soll die Ergebnisse des Projekts präsentieren. Allerdings muss angemerkt werden, dass manches noch in Arbeit ist und noch fertiggestellt wird. Bei den Zusammenfassungen der Schülerarbeiten zu den einzelnen Themen wurde manches noch vervollständigt, wenn es neuere Erkenntnisse gegeben hat, die zum Zeitpunkt der Ausarbeitung den SchülerInnen noch nicht bekannt waren.
Wien, 10.1.2004
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ReferentInnen waren:
• Caroline Koczan Ruttner, Gruppe "gojim": Workshop Musik, jiddische Sprache, jüd. Kultur
• Katrin Schüler Springorum, Gruppe "gojim": Workshop Musik, jiddische Sprache, jüd. Widerstand
• Martina Cizek, Gruppe "gojim": Workshop Musik
• Sebastian Holzer (Gedenkdienst) : Recherchen und Quellenforschung; Arbeit des Gedenkdienstes
• Carla Knapp, Regisseurin : Einführung in ihren Film "Wir leben ewig" und Umgang mit ZeitzeugInnen, "Oral History"
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Bericht über die Aktivitäten zum Projekt "Spuren-Suche"

15. Oktober 2003: In einem 6 stündigen Workshop erarbeiten Mitglieder der Musikgruppe "gojim" mit SchülerInnen der Klasse 4a jiddische und hebräische Lieder, einen Tanz, sowie ein Klezmerstück aus Odessa. Die SchülerInnen sind mit großer Begeisterung bei der Sache und probieren sich als Klezmer-MusikantInnen auf der Klarinette, am Klavier, an den Querflöten, an den Gitarren, am Kontrabass und am Schlagzeug. So "nebenbei" erfahren sie auch viel über die ostjüdsche Kultur, die jiddische Sprache, die Entwicklung der Klezmermusik, die jüdische Religion und die Geschichte der Juden in Europa.
Nach den 6 intensiven Stunden gibt es für ihre KlassenlehrerInnen Frau Eigelsreiter und Herrn Szelinger eine kleine Präsentation.

22. Oktober 2003: Aus vorbereiteten Materialien (Bücher, Zeitschriften, historischen Arbeiten, Beiträgen aus dem Internet und Archiven) bearbeiten die SchülerInnen in Kleingruppen folgende Themen:" Jüdische Institutionen in Währing vor 1938", "Der Novemberpogrom in Wien bzw. in Währing", "Das Rothschildspital", "Der Währinger Tempel", "Liste von Holocaustopfern aus dem 18. Bezirk" und "Der jüdische Friedhof Währing".

Die SchülerInnen werden aufgefordert die Fragen eines vorbereiteten Fragenkatalogs in ihren Mappen an Hand der Materialien zu beantworten. Betreut werden sie dabei von ihrer Geschichtslehrerin Frau Eigelsreiter und Caroline Koczan von "gojim".

Am Ende der 5 stündigen historischen Recherchen und Zusammenfassungen präsentieren die Kleingruppen einander gegenseitig ihre Ergebnisse. Dabei geben die ZuhörerInnen Feedbacks und machen Vorschläge zur Verbesserung der Präsentationen. Etwaige Lücken werden gefüllt und Fehler ausgebessert, sowie manche Daten nochmals auf ihre Richtigkeit überprüft.

Gemeinsam wird auch überlegt, was auf dem Transparent für die Mahnwache stehen soll. Frau Koczan schreibt den Text über den Judentransport an die Tafel und bittet die SchülerInnen sich einen Schlusssatz zu überlegen. Es kommen spontan so viele Vorschläge, dass eine demokratische Abstimmung erfolgen muss. Die Entscheidung fällt eindeutig auf "Wir halten sie in Ehren!"

7. November 2003: Gemeinsam mit ihrer Lehrerin für Werkunterricht, Frau Schindl gestalten einige SchülerInnen aus der 4a das Transparent und zwei Plakate. Auf dem Transparent wird in wenigen Worten das Ereignis des Judentransportes vom 10. November 1938 festgehalten. Die beiden Plakate sollen die persönliche Haltung der Jugendlichen und das Mahnen beinhalten: "Wir halten sie in Ehren!" und "Wir werden sie nie vergessen!".

10. November 2003, vormittags: Ein Kamerateam des ORF ist mit den SchülerInnen zu den jeweiligen Plätzen der ehemaligen Synagoge, des Rothschildspitals und des jüdischen Friedhofs in Währing unterwegs und gestaltet einen netten Kurzbericht über das Projekt "Spuren-Suche".

Der jüdische Friedhof ist aus Sicherheitsgründen wegen eines Baumschnitts nicht zugänglich. Auf Bitten und Drängen der SchülerInnen, die vom jüdischen Friedhof sehr berührt sind, wird gemeinsam beschlossen einen nochmaligen Besuch zum jüdischen Friedhof Währing zu unternehmen. Frau Tina Walzer erklärt sich spontan bereit nach Beendigung der Sanierungsarbeiten eine Führung für die SchülerInnen zu machen

10. November 2003, 18h: Gedenkfeier und Mahnwache im Gedenken an die Opfer des 10. November 1938

Abgesehen davon, dass bei der Gedenkfeier am Abend allen die Nasen und Zehen eingefroren sind und - leider – nur etwa 30 Personen anwesend waren, hat das Projektteam , wie von vielen Rückmeldungen bestätigt wurde, eine sehr berührende Gedenkfeier gestaltet.

Mitgewirkt haben die SchülerInnen der Klasse 4a, der Klassenbetreuer und Musiklehrer der 4a Andreas Szelinger, die Lehrerin für Geschichte Heidemarie Eigelsreiter, der Diakon Anton Hecht, der Pfarrer der Kirche in Gersthof Dr. Norbert Rodt und die Initiatorin des Projekts "Spuren-Suche" Caroline Koczan von "gojim".

Die Kinder hatten drei Transparente gemalt. Das Haupttransparent berichtete in wenigen Worten über das Ereignis vom 10. November 1938 und den Judentransport von der Hauptschule. Auf den anderen Transparenten war zu lesen: "Wir werden sie nie vergessen!" und "Wir halten sie in Ehren!"

Zwischen ihren musikalischen Beiträgen ("Hine ma tov", "Schabbes sol sajn" und "Doss kelbl") präsentierten die SchülerInnen ihre ersten Forschungsergebnisse über: jüdische Institutionen in Währing vor 1938, das Rothschildspital, den jüdischen Friedhof in Währing, den Währinger Tempel und den Novemberpogrom 1938 in Wien und Währing im Speziellen. Außerdem verlasen zwei SchülerInnen stellvertretend für alle Holocaustopfer aus Wien/Währing die Namen von 12 ehemaligen Währinger BürgerInnen, die dem Naziregime zum Opfer fielen. Dabei waren auch die Namen von Trude Bergs Eltern.

Weiters wurde Trude Bergs Aussage über den 10. November 1938, sowie zum Schluss ihre Grußbotschaft durch Caroline Koczan verlesen. Diakon Hecht las den Psalm 23 und Pfarrer Dr. Norbert Rodt hielt die Schlussrede mit dem Gedanken, dass unter die Geschichte niemals ein Schlussstrich gezogen werden dürfe, wenn man aus ihr lernen will. Er beglückwünschte die SchülerInnen zu ihrem gelungenen Projekt, bat sie weiter zu forschen und merkte an, dass er über einige Dinge, welche recherchiert worden waren nicht Bescheid gewusst hätte.

Frau Koczan wies bei der Verabschiedung darauf hin, dass die "Nachgeborenen" kein Recht hätten einen Schlussstrich unter die Geschichte zu ziehen, umso weniger, solange es auch noch heute Menschen gibt, die nach wie vor unter den Ereignissen und dem Unrecht, welches ihnen oder ihren Angehörigen durch das nationalsozialistische Regime widerfahren ist, leiden.Der Magen David aus Kerzen, der als Symbol am Boden angebracht worden war, konnte leider wegen des starken Windes nicht entzündet werden.

Anwesend bei der Gedenkfeier waren auch Vertreter der Bezirksvorstehung (ÖVP), der Bezirksvorsteher Stv. Ferdinand Glatzl (SPÖ), der Leiter des Bezirksmuseums Währing Paul Katt, der ehemalige Direktor der Musikhauptschule Alseggerstraße Walter Kern, sowie die jetzige Leiterin der Musikhauptschule Frau HObln. Misar. Herr Paul Katt vom Bezirksmuseum Währing war von der Präsentation des Projektes so beeindruckt, dass er vorschlug im Bezirksmuseum Währing eine Ausstellung über das "jüdische Währing bis 1938" zu machen.

12. November 2003: Die SchülerInnen der Klasse 4a besuchen mit ihrer Geschichtslehrerin Frau Eigelsreiter, ihrem Klassenvorstand Herr Szelinger und Caroline Koczan von "gojim" das Jüdische Museum der Stadt Wien in der Dorotheergasse 11, 1010 Wien.

Für die SchülerInnen ist dieser Besuch eine ganz neue und spezielle Erfahrung. Frau Hannah Landsmann vom JMW gestaltet die Führung durch die 3 Etagen des Museums in der Art einer "Räteselrallye" und schickt die 23 SchülerInnen in 3 Gruppen auf Spurensuche im jüdischen Museum.

Die Jugendlichen dürfen erfahren, dass Geschichte nicht verstaubt sein muss, zum Angreifen und dadurch zum Begreifen ist! In ihren Gruppen beantworten die SchülerInnen die an sie gestellten Fragen des Fragebogens und präsentieren danach ihre Antworten der gesamten Klasse, den LehrerInnen und Frau Landsmann. Einiges wird von Frau Landsmann ergänzt, viele Fragen der SchülerInnen von ihr geduldig beantwortet, wodurch interessante Diskussionen entstehen.

Den Jugendlichen werden historische und kulturelle Zusammenhänge klar gemacht und sie erkennen, wie wichtig es ist, sich zu erinnern, zu mahnen und sich auch in der Gegenwart mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Besonders berührt sind sie von der Erkenntnis, dass hinter den vielen Ausstellungsgegenständen menschliche Schicksale stecken. Und dass mitunter eine Schachtel mit Erinnerungsstücken eines jüdischen Kindes (Spiele, Ansichtskarten, Knöpfe, Bänder, Fotos), das Opfer der Shoa wurde, wertvoller sein kann, als glänzende Kunstschätze. Manches ist auch für die erwachsenen Begleitpersonen neu und so nehmen alle Beteiligten einen reichhaltigen Eindruck mit nach Hause.
10.Jänner 2004: Die Journalistin und Filmemacherin Carla Knapp kommt zu einem dreistündigen Workshop in die 4a. Bevor sie ihren Film "Wir leben ewig" präsentiert, versucht sie die SchülerInnen darauf einzustimmen. Sie verteilt vorbereitete Unterlagen, auf denen einige Fragen stehen, welche die SchülerInnen beim aufmerksamen Zusehen beantworten sollen.

Zuerst erfahren die SchülerInnen genaueres über Litauen und Vilnius, aber speziell über das jüdische Wilna, das "Jerusalem Litauens". Caroline Koczan zeigt der Klasse Dias aus der Zeit vor der Besetzung durch die Nationalsozialisten. Carla Knapp spricht mit den Mädchen und Burschen über das Ghetto, über die Situation eingsperrt zu sein und versucht ihnen dabei die Möglichkeit zu geben, durch Beispiele der eigenen Erfahrungen nachzuempfinden, was es heißt, sein Leben auf ein Minimum einschränken zu müssen. Es entsteht eine rege Diskussion, wie Carla überhaupt sehr interaktiv agiert, was von den SchülerInnen sehr positiv aufgenommen wird.

Gemeinsam mit Caroline erklärt sie der Klasse die Schwierigkeiten und die Gefahren, die durch einen Widerstand entstehen. Den SchülerInnen wird klar, wie schwierig es war Widerstand zu leisten und wieviel die PartisanInnen von Wilna riskierten. Der Umstand, dass die WiderstandskämpferInnen von Wilna nicht viel älter als die SchülerInnen selbst waren, macht die Mädchen und Burschen ziemlich nachdenklich.

Caroline Koczan erzählt vom Ghettotheater, von den vielen jungen Menschen, die ihre Erfahrungen, ihre Not und ihre Situation im Ghetto reflektieren und auf Papier bringen wollten Wie sie Lieder geschrieben und diese dann im Theater gesungen haben, und davon, wie wichtig es war für sie zu musizieren, sich kulturell zu betätigen, um ihre Menschenwürde nicht zu verlieren. An Hand zweier Liederbeispiele "Arojss is in Wilne a najer bafel" und das "Ponar Wiglid", komponiert von einem 11 jährigen Kind aus Wilna, auf Deutsch vorgelesen von einer Schülerin der 4a, wird aufgezeigt, dass die Lieder des Wilnaer Ghettos Zeugen der Geschichte sind.

Carla Knapp erzählt den SchülerInnen auch von ihren Erfahrungen mit den ZeitzeugInnen, vor allem von jenen, die dann später im Film zu sehen sind. Danach wird der Film gezeigt. Die SchülerInnen schaffen es alle die zu beantwortenden Fragen zum Film zu lösen.

8. März 2004: Sebastian Holzer, Student der Politikwissenschaften, ehemaliger Gedenkdiener im Anne Frank Zentrum Berlin und Mitglied des Vereines des Gedenkdienstes in Österreich kommt mit seinen Materialien ( Landkarte, Broschüren und Zeitungen des Gedenkdienstes, Zetteln, Stiften und Plakaten) in die 4a, um mit den SchülerInnen einerseits an der zu gestaltenden Website zum Projekt zu arbeiten und andererseits mit den SchülerInnen über die Arbeit des Gedenkdienstes zu sprechen.

In seinem 4 stündigen Workshop versucht er einerseits noch einmal mit den SchülerInnen das Thema Holocaust im Rahmen eines Brainstormings und einer Diskussion aufzuarbeiten und unterstützt andererseits die Arbeitsgruppen "Opferliste" und "Novemberpogrom", um gemeinsam mit den SchülerInnen nochmals ins Detail zu gehen.

Er zeigt ihnen, wo und wie sie noch recherchieren und sich Zusatzinfornationen holen können. Die SchülerInnen arbeiten sehr intensiv und werden fündig! Die restlichen Arbeitsgruppen, betreut von Caroline Koczan arbeiten auch an den Computern und geben ihre bereits erarbeiteten Beiträge sorgsam ein. Gemeinsam mit ihrem Lehrer für Informatik werden sie die Website im Informatikunterreicht gestalten.

Nach der Arbeit am Computer erzählt Sebastian von seiner Arbeit im Anne Frank Zentrum, von der Arbeit des Gedenkdienstes allgemein und lädt die SchülerInnen zu einem Spiel ein:

"Das Thesenspiel"

Sebastian schreibt eine bestimmte These, eine Behauptung auf die Tafel. Nun sollen die SchülerInnen sich räumlich dazu positionieren. Auf der Tafel steht "Es gibt KEIN Lernen aus der Geschichte". Alle die der These zustimmen, werden aufgefordert sich auf die linke Seite der Klasse zu setzen. All jene, die diese These ablehnen sollen sich rechts positionieren. Jene, die sich noch nicht entscheiden können, sollen in der Mitte bleiben.

Der Großteil der Klasse ist der Meinung, dass wir sehr wohl aus der Geschichte gelernt hätten. Eine heftige und sehr emotionale Diskussion beginnt nun mit jenen, die der These zustimmen. Diese vertreten die Meinung, dass, wenn die Menschen tatsächlich aus der Geschichte gelernt hätten, es ja keine Kriege mehr gäbe. Langsam beginnen auch jene in der Mitte sich auf eine der beiden Seiten zu schlagen. Die GegnerInnen der These behaupten mit großer Vehemenz, dass aber sie selbst aus der Geschichte gelernt hätten. Und dass es heute keinen Antisemitismus mehr gäbe, zumindest nicht mehr in dieser Form und "dass man mit Juden heute ganz anders umgeht". Und "dass solche Verbrechen nicht mehr vorkommen könnten."

Nun wirft Caroline eine provokante Frage in den Raum, wissend, dass die 4a eine multikulturelle Klasse ist. Sie erwähnt die EU-Ost Erweiterung im Mai 2004 und die Möglichkeit, dass vielleicht auch bald die Türkei Mitgliedsstaat der EU werden könnte. Auf ihre Frage, was die SchülerInnen denn davon hielten, bricht eine sehr emotionsgeladene Diskussion aus, die uns alle begreifen lässt, dass Vorurteile nicht leicht zu überwinden sind und dass es möglicherweise doch nicht so einfach ist, aus der Geschichte zu lernen, wenn wir nicht fähig sind, die Lehren für heute daraus zu ziehen.
www.gedenkdienst.at

Kontakt zur Musikhauptschule Alseggerstraße: http://www.mms1180.at

Unser Dank geht an: Paul Katt (Bezirksmuseum Währing), Herbert Exenberger und Dr. Elisabeth Klamper (DÖW), Shoshana Duizend Jensen (Stadt und Landesarchiv Wien), Brigitte Ungar-Klein (Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung), Eveline Fuchs und Hannah Landsmann (Jüdisches Museum der Stadt Wien) für die historische Beratung; Fr. Matussek (Archiv des Wiener Stadtschulrates), Pfarrer Dr. Norbert Rodt, sowie Frau Trude Berg, die uns als Zeitzeugin zur Verfügung stand und uns den Anstoß zu diesem Projekt gab!

Ferner bedanken wir uns bei Walter Kern, bei der Leiterin der MHS Alseggerstraße 45, Frau HObln Misar, für die organisatorische Unterstützung, bei allen beteiligten LehrerInnen, vor allem bei Frau Schindl, für die Betreuung bei der Herstellung der Transparente! Außerdem gilt unser Dank auch allen, die uns durch finanzielle Unterstützung ermöglichten das Projekt "Spuren-Suche" zu verwirklichen.

Und wir bedanken uns bei den Sponsoren:
ÖKS
www.gruene.at - Die Grünen Wien
www.lajuwien.at - Stadt Wien/Landesjugendreferat
"Jugend findet Stadt"
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Aussage von Trude Berg, wohnhaft in New York: 15 West, 72nd Street, Apt.19., N.Y., New York 10023; am 10.9.2003

"Am 10. November 1938 kamen mehrmals Männer der SS zu uns in die Wohnung in der Wallrißstraße 37 im 18. Bezirk und suchten nach meinem Vater Leon Hammerschlag. Dieser war aber noch im Büro und hatte sich aus irgendeinem Grunde sehr verspätet. Nachdem die SS-Männer ihn nicht in unserer Wohnung vorfanden, ordneten sie an, er solle sich in der Hauptschule Alseggerstraße melden.

Ich erinnere mich noch, dass ich zu den SS-Männern sagte, sie sollen sich die Mühe ersparen unsere Wohnung zu durchsuchen, da bereits "andere" da gewesen wären. Ich weiß auch nicht woher ich diesen Mut hatte. Meine Mutter war verzweifelt und weinte die ganze Zeit.

Auf der Straße liefen weinende Frauen umher, weil ihre Wohnungen zertrümmert und ihre Männer zum Abtransport abgeholt wurden. Meine Schulfreundin Hedi kam, um uns vor den Verhaftungen und dem Abtransport zu warnen und hat uns geraten uns zu verstecken.

Die Männer, die zum Transport abgeholt wurden, mussten sich in der HS Alseggerstraße sammeln. Dann kam mein Vater aus der Arbeit und wir mussten ihm sagen, wo er sich zu melden hatte. Wir weinten und waren in größter Angst und Sorge und rechneten damit, meinen Vater nie mehr wieder zu sehen.

Auf der Straße wurde mein Vater von Hedi aufgehalten, die ihn inständig anbettelte sich nicht zu melden und sich zu verstecken. Das Gespräch zwischen ihm und meiner Freundin dürfte etwa zwei Minuten gedauert haben. Als mein Vater um die Ecke bog, sah er gerade noch den Lastwagen mit den Menschen abfahren. Er ging aber trotzdem zur Schule, um sich dort bei einem Beamten zu melden. Dieser fragte ihn ob er ein "politischer oder ein Jude" sei, worauf mein Vater angab, er sei Jude. Der Beamte schickte meinen Vater aber wieder nach Hause, weil der "letzte Laster" bereits abgefahren war. So ging mein Vater wieder nach Hause.

Wahrscheinlich waren es genau jene zwei Minuten Aufenthalt während des Gesprächs mit Hedi, die meinen Vater vor einem Abtransport bewahrt hatten. Ich erinnere mich auch, dass meine Mutter und ich währenddessen die ganze Zeit weinend und betend um den quadratischen Esstisch gegangen sind und als Vater plötzlich heimkam, war unser Glück und unsere Freude unbeschreiblich! Aber das Glück sollte nicht lang andauern.

Drei Tage bevor ich mein Visum nach Amerika bekam, am 29. Oktober 1939 wurde mein Vater abgeholt und nach Nisko/Polen verschleppt. Dort gelang ihm die Flucht und er kam vorübergehend bei der Schwester meiner Mutter unter. Da sie bereits auf russischem Gebiet wohnte, sollte er der kommunistischen Partei beitreten, was er aber ablehnte. So wurde er von den Russen festgenommen und nach Sibirien verschleppt, wo er krank und geschwächt, ohne ein Dach über dem Kopf, unter einem Baum liegend erfror.

Ich selbst hatte das Glück am 1. November 1939 nach Amerika ausreisen zu können, aber ich durfte nichts mitnehmen, nicht einmal ein Stück Brot als Proviant. Meine Mutter wartete noch auf ihr Visum, aber es kam nicht mehr. Auch meine Mutter wurde abgeholt und in Chelmno (KZ) in einem Lastwagen vergast. Ich muss sagen, ich habe einen ganz besonderen Schutzengel gehabt!"

Ferner erzählte Frau Berg "Wir hatten ja noch Glück! Unsere Wohnung ist nicht zertrümmert worden und wir wurden nicht, wie so viele andere zum Straßen Putzen abkommandiert."

Frau Berg war Schülerin der HS Alseggerstraße. Allerdings zu dem Zeitpunkt der eben geschilderten Ereignisse, war sie bereits 18 Jahre und Absolventin eines Oberstufenrealgymnasiums in Gersthof. Auf meine Frage, ob sie sich noch an eine jüdische Mitschülerin der Hauptschule Alseggerstraße erinnern könne, gab sie mir den Namen Anni Ladany (Ladanyi? Laderny?) an, weiß aber nichts von ihrem Verbleib. Außerdem meint Frau Berg sich zu erinnern, dass der Eingang der HS Alseggerstraße in der heutigen Ferrogasse war.

Als Entschädigung für das Leid und den Tod ihrer Eltern erhielt Frau Berg: für ihre Mutter $75.- und für ihren Vater $ 275.- . Sie selbst erhielt keinerlei Entschädigung.

Aussage von Frau Gertrude K., wohnhaft 1170 Wien, am 22.11.2003, in einem Telefonat mit Pfarrer Dr. Norbert Rodt:

"1938, da war ich 11 Jahre alt, da war der Umbruch. Ich bin in die Hauptschule am Bischof Faber-Platz gegangen. Eines Tages durften wir überraschend früher nach Hause gehen, denn wir hatten kein Turnen. Wir waren traurig - und wir haben beschlossen: gehen wir in den Turnsaal - schauen wir nach, warum das so ist.

Der Turnsaal war verschlossen, hatte aber Türen mit dreieckigen Fenstern. Mit Hilfe einer "Räuberleiter" sind wir hinaufgestiegen... - wir haben gesehen: "Juden!" Es waren ältere Menschen, sie sind im Kreis gelaufen, junge SA-Buben haben sie herumgetrieben.

Keine von uns jungen Mädchen hat etwas gesprochen. Wir sind gegangen. Wir waren erstarrt. Wir haben nichts gesprochen - auch den Eltern nichts erzählt.

Bei der Kirche waren am Boden Kreuze, sogenannte Krückenkreuze. Juden wurden hingetrieben. Juden haben sie all das wegwaschen lassen. Meine Mutter ist mit mir auf die andere Straßenseite gegangen, hat aber hinüber gerufen: ' So eine Gemeinheit! Wer macht so etwas?' Ein Kind sagte: ' Bitte sag nichts, die sperren dich ein!'

Dass ich nichts sagen durfte, ist mir als Erkenntnis schlagartig gekommen. Kein Wort habe ich gesprochen, auch nicht zur besten Freundin. Nur in ein paar Tagen sind wir Kinder ganz anders geworden."
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ERGEBNISSE DER RECHERCHEN VON DEN SCHÜLER/INNEN DER 4A


An die 5000 jüdische Bürger und Bürgerinnen wohnten in Währing bis 1938. Die 1888 -1889 erbaute Synagoge des 18. Bezirkes Währing in der Schopenhauerstraße 39 mit dem angrenzenden Wintertempel hat Architekt Jakob Modern entworfen. In Währing befanden sich außerdem:
• Der erste österreichische Hilfsverein für zugereiste kranke Juden in der Gentzgasse 7.
• Die 1881 gegründete Beerdigungsgesellschaft "Chewra Kadischa" In der Schopenhauerstraße 41.
• Der Sitzungssaal des 1894 entstandenen "Israelitischen Frauenwohltätigkeitsverein Währing"
• Die 1905 gegründete "Erste jüdische Volks- und Schülerbibliothek"
• Eine Bibelschule des 1922 entstandenen "Vereins jüdischer Eltern in 1180 Wien"
• Das Spital der israelitischen Kultusgemeinde am Währingergürtel 97, besser bekannt als "Rothschildspital", wurde 1869 - 1873 erbaut
• Der seit 1879 gesperrte "Jüdische Währinger Friedhof" am Währingergürtel (Semperstraße 64a)
• Die Lokalitäten der "Allgemeinen Zionisten Gruppe B", der Neuzionisten des Betar des "Jüdischen kulturellen Elternbundes Sektion 18"
• Die "Reichsanstalt für Mutter und Säuglingsfürsorge" - dem Erbauer des Hauses Prof. Dr. Leopold Moll, wurde ein Denkmal gesetzt.
• In der Haizingergasse 29 befindet sich das letzte Wohnhaus von Dr. Theodor Herzl. Theodor Herzl war Schriftsteller, Publizist und Journalist. Von 1891 - 1894 war er Korrespondent der "Neuen Freien Presse" in Paris. Er war Mitglied der Deutschen Nationalen Bruderschaft "Albia". Dort begründete er mit seiner Schrift "Der Judenstaat" 1896 den theoretischen Zionismus. 1897 initiierte er mit Oskar Marmorik und Max Nordau den 1. Zionistischen Weltkongress in Basel. In Weiterentwicklung seiner Gedanken erfolgte 1948 die Gründung des Staates Israel.

• Gomperzgasse - nach dem Philosophen Theodor Gomperz
• Karl Beck Gasse - nach dem Dichter Karl Beck
• Ladenburg Gasse, Ladenburghöhe ( 1947 wurde die "Liebenwerdahöhe" in Ladenburghöhe umbenannt) - nach Ludwig Graf Ladenburg, Bankdirektor, war Besitzer des Pötzleinsdorfer Schlosses und Förderer der Nordpolexpedition von Payer-Weyprecht. Seine Tochter Julie Ladenburg wurde 1868 die Besitzerin von Schloss Pötzleinsdorf . Sie war wohlhabend, hochgebildet, sozial eingestellt und sehr liberal. Zu ihrer Zeit wurde das Pötzleinsdorfer Schloss zu einem Treffpunkt von Gelehrten, Künstlern, Schriftstellern, Politikern und anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. J. Ladenburg war eine Wohltäterin und Mäzenin. Sie spendete große Beträge für die Armenfürsorge, das Schulwesen und die Verschönerung von Pötzleinsdorf. Die freiwillige Ortsfeuerwehr erhielt von ihr die ersten Helme.

Schloss Pötzleinsdorf, ehemals im Besitz von Julie Ladenburg. Später war der Industrielle Max Schmidt der Besitzer. In den 1930er Jahren schenkte er das Schloss samt Schlosspark der Stadtgemeinde Wien, unter der Bedingung, dass der Schlossgarten für die Allgemeinheit geöffnet würde. Heute befindet sich im Schloss eine Rudolf Steiner Schule (Foto: 2004)
• Leon Kellner Weg - nach Prof. Dr. Leon Kellner, Herzls Mitarbeiter und Biograph
• Mosental Weg - nach dem Dichter Dr. S. H. Mosental
• Zuckerkandl Gasse - nach dem Anatomieprofessor Dr. Emil Zuckerkandl
• Im jüdischen Friedhof Währing liegen u.a. folgende Familien begraben:Epstein, Eskeles, Hönigsberg, von Wertheimstein und Biedermann
zusammengefasst von: Katharina Franzl, Alexander Höllinger, Martin Jelinek, Mohamed Osman

DER WÄHRINGER TEMPEL

Die Synagoge stand in der Schopenhauerstraße 39 im 18. Bezirk. Sie wurde 1888/89 erbaut. Der Architekt hieß Jakob Modern.

Das Gebäude war basilikal angelegt und hatte ein Flachdach. Von drei Eingangstüren aus gelangte man in eine geräumige Vorhalle und von diesen in den Betraum mit 328 Männersitzen. Rechts und links von der Vorhalle führten Treppen zu den Frauenemporen mit insgesamt 176 Sitzplätzen.

Der ganze Raum war im arabischen Stil bemalt. Das Allerheiligste war in rechteckiger Grundform ausgebaut. Die Chorbühne befand sich über der Bundeslade. Die Außenfassade war mit gewöhnlichen Ziegeln im Rohbau ausgeführt. Die Westfront hatte in ihrer Gliederung gewisse Ähnlichkeit mit der von Ludwig von Förter und Theophil Hansen erbauten Gustav Adolf - Kirche in Wien Gumpendorf. Der erste Rabbiner des Bethauses war Wilhelm Sor.
Die Synagoge wurde 1938 während des Novemberpogroms in der "Reichskristallnacht" zerstört. Es konnten Sakaralgegenstände aus der Synagoge gerettet werden, welche sich heute im Jüdischen Museum Wien befinden.
zusammengefasst von: Nicole Doppler, Bernadette Grünsteidl, Yvonne Limmer, Judith Ruttner

DAS ROTHSCHILDSPITAL

Das Rothschildspital, Spital der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, stand am Währinger Gürtel 97, 1180 Wien. Es wurde von Anselm Freiherr von Rothschild gegründet. Der Baumeister Wilhelm Stiaßny begann im Juli 1870 mit dem Bau des Spitals. Am Anfang waren im Spital 100 Betten, am Ende ungefähr 370.

Im Rothschildspital wirkten u.a. bekannte Ärzte wie: Prof. Dr. Leopold Oser (Chirurgie), Prof. Dr. Otto Zuckerkandl (Urologie), Dr. Carl Fleischmann (Gynäkologie), Dr. Salomon Klein (Augen-Ambulatorium), Dr. Moritz Infeld (Ambulatorium für Nervenkrankheiten) oder Dr. Viktor E. Frankl (Neurologische Abteilung).

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich 1938, stand den Wiener Juden nur noch das Rothschildspital zur Verfügung, das ab diesem Zeitpunkt unter Gestapo-Aufsicht stand. Es wurde zur Notfallklinik für jüdische Opfer der Nazigewalt und war mit jüdischen Verwundeten überfüllt. Dr. Viktor Emil Frankl, der Erfinder der Logotherapie, war bereits vor dem Krieg Arzt im Rothschildspital. Von 1940 - 1942 war er der letzte Leiter der Neurologischen Abteilung des Spitals.

1943 enteignete die SS das Gebäude und verwendete es als Lazarett und Spital der SS. Das israelitische Hospital musste in den 2. Bezirk, in die Malzgasse 16 übersiedeln. 1945 wurde das Spital durch mehrere Bombentreffer schwer beschädigt.
Nach dem Krieg wurde es als Auffanglager für Juden, die aus KZ-Lagern oder Verstecken heimkehrten (für sogenannte "displaced persons") verwendet. 1960 wurde es geschlossen und abgerissen. Heute steht dort das Wirtschaftsförderungsinstitut der Kammer der gewerblichen Wirtschaft (WIFI).
zusammengefasst von: Katharina Kolensky, Natalie Lierzer, Barbara Wolf, Denise Zeman

DER WÄHRINGER JÜDISCHE FRIEDHOF

Der jüdische Friedhof in Währing befindet sich in der Semperstraße 64a, 1180 Wien (Ecke Schrottenbachgasse). Der Friedhof wurde 1784 während der Regentschaft von Josef II errichtet. Der jüdische Friedhof in der Seegasse 9-11, 1090 Wien war zuvor geschlossen worden. Beerdigungen sollten nur mehr außerhalb der Stadtmauern stattfinden.

Der jüdische Friedhof in Währing umfasste 9500 Gräber, davon sind nur noch 7000 erhalten. Ein Teil davon wurde zerstört. Der Friedhof diente bis 1874 der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. 1886 wurde die israelitische Abteilung am Wiener Zentralfriedhof erweitert und löste somit den Währinger Friedhof ab.

1941/42 wurde der Friedhof in eine Grünanlage und ein Vogelschutzgebiet umgewidmet. Eine besonders grausame Idee hatten die Nationalsozialisten 1941/42: sie zwangen noch in Wien lebende Juden die noch erhaltenen Gräber für "Pseudo-Vermessungen" im Naturhistorischen Museum zu exhumieren. Die Nationalsozialisten wollten die Köpfe und andere Körperteile vermessen, um heraus zu finden, ob Juden eine andere Kopfform haben. 1997 wurden 220 dieser Skelette der israelitischen Kultusgemeinde für eine Wiederbestattung zurückgegeben.

Während des Krieges wurde ein Teil des Friedhofes zerstört, um einen "Löschwasserteich" anzulegen. Heute befindet sich dort der Gemeindebau "Schnitzlerhof".

Im jüdischen Friedhof Währing liegen bekannte Wiener Persönlichkeiten und Familien begraben. U.a. die Familien Epstein, Hönigsberg, Eskeles, Biedermann, sowie Fanny und Nathan Arnstein. Die heute schwer beschädigten Grabsteine sind auch durch ihre architektonische Besonderheit von Bedeutung.
zusammengefasst von: Melanie Adam, Marco Djurovic, Teresa Grünt, Jamiela Swie

DER NOVEMBERPOGROM 1938

Der Auslöser für den Novemberpogrom war ein Attentat auf einen deutschen Diplomaten in Paris. Herschel Grynszpan, ein junger Jude, verübte das Attentat. Der Novemberpogrom war gegen die jüdische Bevölkerung im ganzen Deutschen Reich gerichtet.

Auch in Wien folgten Aktionen, die im Verlauf des Pogroms, nicht nur eine Nacht - die Nacht vom 9. zum 10. November 1938 - sondern mehrere Tage andauerten, unter dem verharmlosenden Begriff "Reichskristallnacht". Die Nationalsozialisten nannten den Novemberpogrom "Reichskristallnacht", wegen der vielen Glasscherben nach den Zerstörungen . 42 Synagogen und Bethäuser wurden in Brand gesteckt und verwüstet. Tausende jüdische Geschäfte und 

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20 Jahre gojim
 

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Caroline Koczan - gojim
 

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gojim "East and West"
Bernhard Ziegler, Kontrabaß, Gesang
Martina Cizek, Saxophon, Gesang
Franz Ruttner, Arrangements,Akkordeon, Gesang
Volker Neubauer, Violine, Gesang
Caroline Koczan, Dramaturgie, Gesang, Percussion 

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gojim "East and West" jiddische Lieder und Klezmermusik
 

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CD - In a Schtodt woss schtarbt
Diese CD zum gleichnamigen Programm ist noch erhältlich!
18.- zu bestellen unter C.Koczan@web.de 

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Iba de gaunz oamen Leit
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Lieder »Iba de gaunz oamen Leit«
Gedichte von Christine Nöstlinger
vertont durch Erich Meixner

BASSENA SOCIAL CLUB

Caroline KOCZAN - Stimme, Perkussion
Jürgen MITTERLEHNER - Saxophon
Michael PREUSCHL - Bass
Clemens BACHER - Perkussion, Gitarre
Erich MEIXNER - Stimme, Piano, Ziehharmonika

Wer kennt und liebt sie nicht, die Kinder- und Jugendbücher von Christine Nöstlinger? Die Gedichttrilogie in Wiener Mudart »Iba de gaunz oamen Leit« (Iba de gaun oamen kinda, fraun und mauna) ist in den 70er Jahren entstanden. Die Autorin betrachtet darin ihr Umfeld liebevoll mit kritischer Distanz. Ihre Beobachtungen verpackt sie so, dass die Gedichte zum Nachdenken anregen und auch zum Schmunzeln.

Mit einem humorigen Augenzwinkern nehmen die Schilderungen von Christine Nöstlinger oft am Schluss eine überraschende Wendung. Besonders diesem Aspekt versuchen die Kompositionen von Erich Meixner, dem Mitbegründer der Schmetterlinge, Rechnung zu tragen. Sind es nun Popsongs, Wienerlieder, Folksongs mit jazzigem Touch, Balladen...?

Anhören!
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Über die Gedichte:
In den 1970er Jahren veröffentlichte die österreichische Schriftstellerin und Dichterin Christine Nöstlinger einen bemerkenswerten Gedichtband in Wiener Mundart, der die sozialen Zustände von Menschen der damals so genannten „Unter-“ oder „Arbeiterschicht“ widerspiegelte: „Iba de gaunz oamen Leit“. Nöstlingers Blick auf diese Menschen und deren Schicksale ist aber niemals anklagend. Sie betrachtet ihr Umfeld liebevoll mit kritischer Distanz und degradiert ihre LeserInnen nie zu VoyeurInnen, sondern stets zu ZuhörerInnen, die unmittelbar durch die Gedichte angesprochen werden. Die Betroffenheit wird nicht ausgelöst durch Mitleid heischende Sozialkritik sondern durch die Einfachheit und Ehrlichkeit der fiktiven Personen, die uns bekannt erscheinen: der im Arbeitstrott steckende Vater, der verlernt hat zu kommunizieren und nur noch auf die Tischplatte starrt, die Frau, die nie gelernt hat ihre Wünsche zu äußern, das Kind, das in der Familie keinen Lebens- und Entwicklungsraum mehr vorfindet und sich deshalb wünscht lieber der Goldfisch zu sein, die Frau, die unentwegt von ihrem Mann geschlagen wird und sich doch nicht wehrt, weil die Nachbarn so etwas nicht dulden,…

Christine Nöstlinger gelingt es ihre Beobachtungen so zu verpacken, dass sie sowohl zum Nachdenken als auch zum Schmunzeln anregen. Sie verrät dabei aber niemals ihre ProtagonistInnen, stets ist das Lachen eine Befreiung.
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Über die Musik:
Da die Gedichte von den rhythmischen, klanglichen und bildhaften Möglichkeiten der Wiener Mundart leben, bieten sie sich geradezu für Vertonungen an. Erich Meixner, langjähriges Mitglied und Mitbegründer der österreichischen Musikgruppe „Die Schmetterlinge“, machte aus den Gedichten Songs, Chansons, Balladen und versuchte insbesondere den dramatischen und epischen Elementen sowie dem humorigen Augenzwinkern und den oft überraschenden Wendungen am Ende der Gedichte Rechnung zu tragen. Entstanden sind Songs zwischen Wienerlied, Pop, Ethno, Randy Newman und Bob Dylan!
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Über das Thema:
So sehr Nöstlingers Gedichtband in der Zeit der 1970er Jahre verhaftet scheint, so können doch mühelos Parallelen zum Heute gezogen werden. Die Probleme von sozial Benachteiligten sind auch heute noch aktuell: Arbeitslosigkeit, die schwierige Situation allein erziehender Mütter oder Armut als Indikator für häusliche Gewalt sind nach wie vor ungelöste Probleme. Eben erst hat der Europarat das Jahr 2007 der Prävention und Bekämpfung von häuslicher Gewalt und Gewalt an Frauen gewidmet. Alle Mitgliedsstaaten der EU sind aufgerufen sich dieser Kampagne anzuschließen und das Thema „Gewalt in der Familie“ durch Veranstaltungen öffentlich zu machen und die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren. 

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Iba de gaunz oamen Leit
 

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Bassena Social Club
 

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Plakat Boudoir Madame CC
 

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Iba de gaunz oamen Leit
Endlich ist sie da! Die erste CD von Bassena Social Club!!
Präsentation am 14.6.2010 im Theater Drachengasse/Bar&Co 
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Iba de gaunz oamen Leit
Glane Greissoigedaunkn/Bassena Social Club 

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Wie man Wünsche beim Schwanz packt
 

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Freizeitpädagogin gesucht?
Beschreibung meiner Tätigkeit und meiner Wertehaltung als Freizeitpädagogin 
Auftritte
Hello Malkele!
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Di Grine Kusine
 

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PR Mappe zu Hello Malkele
 



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Hello Malkele! - PR Video
 

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Pressestimmen zu "Hello Malkele!"
 
Hello Malkele! (aus Archiv)

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Hello Malkele! PR Mappe, Informationen, Interview
 
Boudoir Madame CC (aus Archiv)

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Kinder, kommt und ratet! (aus Archiv)

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Flyer
 
Der verliebte Pfefferkuchen (aus Archiv)

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Flyer
 
"Hello Malkele!" (aus Archiv)

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"Hello Malkele!" - The Yiddish Musical Revue about Molly Picon
 
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"Hello Malkele!" Di Grine Kusine
 

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"Hello Malkele!" - Jiddisches Musical über Molly Picon
 

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Pressestimmen zu "Hello Malkele!"
"Hello Malkele!" Villach, Bambergsaal, 22.11.2014 
Boudoir Madame CC (aus Archiv)

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PRText: Boudoir Madame CC
"Boudoir Madame CC"
mit Mirjam Ploteny und Caroline Koczan
frech, frecher, frivol, am friwohlsten …

Das Boudoir Madame CC
... öffnet die Pforten mit frivolen Chansons, vorwiegend Texte aus dem 18. Jahrhundert,in neuem Gewand, vertont von Kurt Obermair. Eine raffinierte Mischung aus Charme, Eleganz und schamlosen Unartigkeiten.

Mit einem Stück amüsanter Kulturgeschichte, Vertrautem und „Bekanntem“, Seite an Seite mit Unbekanntem - humorvoll, grotesk, zweideutig, ordinär, gar nicht verschwiegen, jedoch durchwegs gediegen und durchtrieben - (ver)führen Mirjam Ploteny und Caroline Koczan ihr Publikum ins „Boudoir Madame CC“.

Zwei Dinge auf der Welt, die, meine Damen will ich preisen!
Wer sie für überflüssig hält, der soll das mal beweisen.
Das Dingsda und die Flasche!
(Le C…et la Bouteille)

20. bis 23.9.2010, jeweils 20h
Interkulttheater Wien
Fillgradergasse 16
1060 Wien

Bürozeiten:
09:00 - 13:00 Uhr,
14:00 - 18:00 Uhr

Tel.: +43 (1) 587 05 30 +43 (1) 587 05 30
Mail: info@interkulttheater.at





Caroline Koczan

Ausbildung für Schauspiel, Gesang, Tanz (u.a. im
Tanzstudio des Theaters an der Wien) und
Pantomime, Clownerie (u.a. bei Samy Molcho) in
Wien; Engagements in Wien, Salzburg, Villach und
München (u.a. Wiener Burgtheater, Münchner
Volkstheater, Theater Drachengasse, Neue Bühne
Villach), Zusammenarbeit u.a. mit Peymann,
Freyer, Besson, Berghaus, Lievi, Karge; freie
Produktionen (Neues Wiener Musiktheater) und
Eigenproduktionen in Österreich und Deutschland;
Arbeit für Film und Fernsehen; 1987 Gründung der
Musikgruppe „gojim“ (LP und CD- Produktionen,
Konzertreisen durch Europa und Israel);
Konzertauftritte, Lesungen und Theater-Workshops
für Kinder und Jugendliche, Entwicklung der
Theaterform mit Film und Video, gemeinsam mit dem Videokünstler Ulrich Kaufmann
(u.a. beim Carinthischen Sommer, Gottfried von Einem Tage/Maissau)

Mirjam Ploteny

Engagements bei Giorgio Strehler Piccolo Teatro di
Milano, zahlreiche Tourneen in ganz Europa.
Ensemblemitglied im Theater in der Josefstadt
unter der Leitung von
Helmut Lohner;“Die Ähnlichen“(Uraufführung von
Botho Strauß), Regie: Peter Stein/ Wr.
Festwochen. Weitere Arbeiten unter der Regie von
Veit Relin, Helmuth Lohner, Harald Clement,
Kazuko Watanabe, u.a. Zahlreiche Filme: Im Reich
d. Reblaus/ Buch u. Regie Harad Sicheritz; Die
verschwundene Frau/ Buch u. Regie: Reinhard
Schwabenitzky; Die Wasserfälle von Slunj/ Roman:
H.Doderer Regie: Peter Patzak; Tatort/ Regie:R.
Pejo; Bella Block/ Regie: Julian Pölsler; Die grünen
Fensterläden/ Roman G. Simenon/
Regie:Milan Dor; Die Strudelhofstiege/ Roman: H.von Doderer/ Regie:G. Madeja; Die
Försterbuben Roman: Peter Rosegger/ Regie: Peter Patzak; Weiße Lilien 2007
Festival in Toronto / 2008 Diagonale Graz, Buch u. Regie Christian Frosch.


Kurt Obermair, Kontragitarre

Irrtümlich in Salzburg geboren, seit 1982 in
"seiner" Stadt Wien. Nach vielen
musikalischen Wegen und Umwegen
endgültig bei Wiener Musik und
Kontragitarre gelandet. Komponiert ebenso
freudig wie respektlos.
Kurt:„Nach meiner für mich topografisch absolut unverständlichen Geburt im Jahr 1949
(in Salzburg!) bekam ich sehr schnell erste musikalische Eindrücke von meinem Vater mit,
der der armen Familie mit halb - professionellem nächtlichem Musizieren den
Lebensstandard etwas verbesserte.
Meine ersten musikalischen Tätigkeiten beliefen sich angeblich darin, daß ich im Alter von
ganz wenigen Jahren bereits unaufgefordert alle möglichen Wirtshaustische erklommen und
losgesungen habe.
Bald entschoß ich mich, am Mozarteum Musik zu studieren, spielte mit einer Stromgitarre zur
Aufnahmsprüfung irgendeinen Popsong und wurde trotzdem aufgenommen, allerdings nur
unter der Bedingung, daß ich ab jetzt richtige Musik spielen und vor allem üben würde. Das
Studium mit seiner Borniertheit und Ausschließlichkeit war der zweite Versuch, mir die Musik
zu vergrausigen, aber mein Immunsystem funktionierte damals schon besser.
Aufwärts ging es mit der Emigration nach Wien, ich war begeistert über die Fülle an
Angeboten, und außer der raunzigen Wiener Musik hat mich alles fasziniert. Wie habe ich die
Iren, die Brasilianer, die Ungarn, die Türken, die Portugiesen... beneidet für ihre Folklore,
und wir Österreicher hatten nichts oder nichts Gescheites oder Einvernahmtes von Typen, an
die ich nicht anstreifen wollte. Aber eines Tages begann ich zu graben, und nach dem
Entfernen von Tonnen von Staub und Mief kam die faszinierendste Musik zum Vorschein, die
es gibt, nämlich die Wiener Musik.
Es kamen harte Lehrjahre, Sichhineinhören, Analysieren, Umsteigen auf Kontragitarre, und
nach mehr als zehn Lehrjahren fand ich endlich die Leute, mit denen ich immer schon spielen
wollte, ohne es zu wissen, und die sich Wiener Art Schrammeln nennen. An dieser Stelle bin
ich nunmehr in der Gegenwart angekommen und kann nur androhen: Fortsetzung folgt.“


Gertrude Kisser, Akkordeon

Geboren in Wien.
Lebt als freischaffende Live- und
Studiomusikerin sowie Pädagogin in Wien
Mit Klezmer-Ensemble „Geduldig & Thimann“
(Akkordeon, Arrangements), Bläserensemble der
Wiener Philharmoniker (Akkordeon), Wiener Art
Schrammeln (Akkordeon), Wiener Akkordeon
Ensemble (Leitung), GOLA-Duo mit Felix Lee
(Akkordeon) u.v.m. Festivalteilnahmen u.a.
Wiener Festwochen, Ars Electronica Europaund
USA-Tourneen mit verschiedenen
Ensembles
Preise:
1. Preisträgerin beim Österreichischen Akkordeon Solistenwettbewerb
2. Platz beim Weltcup „Coupe Mondiale des Accordéonists“ in Versailles/Frankreich
Aktuelle Tätigkeiten:
Rege internationale Konzerttätigkeit mit verschiedensten Ensembles. Laufend
Studioarbeit, Radio- und TV-Aufzeichnungen Lehr- und Unterrichtstätigkeit
(Instrumentalpädagogik & Orchesterleitung), Workshops, Meisterkurse etc. 
Iba de gaunz oamen Leit! (aus Archiv)

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CD Präsentation Bassena Social Club
Endlich ist sie da!! Die erste CD von Bassena Social Club
"Iba de gaunz oamen Leit"!
CD Präsentation am 14.6.2010, 20h, BAR&CO, Theater Drachengasse, Fleischmarkt 22, 1010 Wien 
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CD Präsentation Bassena Social Club
Glane Greissoigedaunkn
Text: Christine Nöstlinger
Musik: Erich Meixner 

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Iba de gaunz oamen Leit - CD Präsentation von Bassena Social Club
 

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PR Text Bassena Social Club CD Präsentation
 
Motl, der Sohn des Kantors (aus Archiv)

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Caroline Koczan als "Motl, der Sohn des Kantors"
 

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"Motl, der Sohn des Kantors" mit C. Koczan und "Scholem Alejchem"
 
Boudoir Madame CC (aus Archiv)

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PR Text kurz: Boudoir Madame CC mit Mirjam Ploteny und Caroline Koczan
Fotogalerie zu "Boudoir Madame CC"

http://www.mirjamploteny.com/index.php?option=com_morfeoshow&task=view&gallery=5


frech, frecher, frivol, am friwohlsten …
öffnet die Pforten mit frivolen Chansons, vorwiegend Texte aus dem 18. Jahrhundert,
in neuem Gewand, vertont von Kurt Obermair!
Eine raffinierte Mischung aus Charme, Eleganz und schamlosen Unartigkeiten.
Mit einem Stück amüsanter Kulturgeschichte, Vertrautem und „Bekanntem“, Seite an
Seite mit Unbekanntem - humorvoll, grotesk, zweideutig, ordinär, gar nicht
verschwiegen, jedoch durchwegs gediegen und durchtrieben - verführen Caroline
Koczan und Mirjam Ploteny ihr Publikum ins „Boudoir Madame CC“.
Buch, Dramaturgie, Regie: Caroline Koczan und Mirjam Ploteny
Musik: Kurt Obermair
Akkordeon: Gertrude Kisser
Kontragitarre: Kurt Obermair

"Zwei Dinge auf der Welt, die, meine Damen will ich preisen!
Wer sie für überflüssig hält, der soll das mal beweisen.
Das Dingsda und die Flasche!"
(Le C…et la Bouteille)

Begleitausstellung zum Programm
"Frauenbilder" von Anita Maniscalco


Foto: Copyright by Andrew Rinkhy 

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PRText: Boudoir Madame CC mit Mirjam Ploteny und Caroline Koczan
frech, frecher, frivol, am friwohlsten …
Das Boudoir Madame CC ...

http://www.mirjamploteny.com/index.php?option=com_morfeoshow&task=view&gallery=5

... öffnet die Pforten mit frivolen Chansons, vorwiegend Texte aus dem 18. Jahrhundert,in neuem Gewand, vertont von Kurt Obermair. Eine raffinierte Mischung aus Charme, Eleganz und schamlosen Unartigkeiten.

Mit einem Stück amüsanter Kulturgeschichte, Vertrautem und „Bekanntem“, Seite an Seite mit Unbekanntem - humorvoll, grotesk, zweideutig, ordinär, gar nicht verschwiegen, jedoch durchwegs gediegen und durchtrieben - (ver)führen Mirjam Ploteny und Caroline Koczan ihr Publikum ins „Boudoir Madame CC“.

Zwei Dinge auf der Welt, die, meine Damen will ich preisen!
Wer sie für überflüssig hält, der soll das mal beweisen.
Das Dingsda und die Flasche!
(Le C…et la Bouteille)

Mit einer Begleitausstellung zum Chansonprogramm:
"Frauenbilder" von Anita Maniscalco

Theater Drachengasse, Bar&Co
7. - 10.4.2010, jeweils 20h
Vernissage: 7.4.2010, 19h
(im Anschluss: Premiere "Boudoir Madame CC")


Caroline Koczan

Ausbildung für Schauspiel, Gesang, Tanz (u.a. im
Tanzstudio des Theaters an der Wien) und
Pantomime, Clownerie (u.a. bei Samy Molcho) in
Wien; Engagements in Wien, Salzburg, Villach und
München (u.a. Wiener Burgtheater, Münchner
Volkstheater, Theater Drachengasse, Neue Bühne
Villach), Zusammenarbeit u.a. mit Peymann,
Freyer, Besson, Berghaus, Lievi, Karge; freie
Produktionen (Neues Wiener Musiktheater) und
Eigenproduktionen in Österreich und Deutschland;
Arbeit für Film und Fernsehen; 1987 Gründung der
Musikgruppe „gojim“ (LP und CD- Produktionen,
Konzertreisen durch Europa und Israel);
Konzertauftritte, Lesungen und Theater-Workshops
für Kinder und Jugendliche, Entwicklung der
Theaterform mit Film und Video, gemeinsam mit dem Videokünstler Ulrich Kaufmann
(u.a. beim Carinthischen Sommer, Gottfried von Einem Tage/Maissau)

Mirjam Ploteny

Engagements bei Giorgio Strehler Piccolo Teatro di
Milano, zahlreiche Tourneen in ganz Europa.
Ensemblemitglied im Theater in der Josefstadt
unter der Leitung von
Helmut Lohner;“Die Ähnlichen“(Uraufführung von
Botho Strauß), Regie: Peter Stein/ Wr.
Festwochen. Weitere Arbeiten unter der Regie von
Veit Relin, Helmuth Lohner, Harald Clement,
Kazuko Watanabe, u.a. Zahlreiche Filme: Im Reich
d. Reblaus/ Buch u. Regie Harad Sicheritz; Die
verschwundene Frau/ Buch u. Regie: Reinhard
Schwabenitzky; Die Wasserfälle von Slunj/ Roman:
H.Doderer Regie: Peter Patzak; Tatort/ Regie:R.
Pejo; Bella Block/ Regie: Julian Pölsler; Die grünen
Fensterläden/ Roman G. Simenon/
Regie:Milan Dor; Die Strudelhofstiege/ Roman: H.von Doderer/ Regie:G. Madeja; Die
Försterbuben Roman: Peter Rosegger/ Regie: Peter Patzak; Weiße Lilien 2007
Festival in Toronto / 2008 Diagonale Graz, Buch u. Regie Christian Frosch.


Kurt Obermair, Kontragitarre

Irrtümlich in Salzburg geboren, seit 1982 in
"seiner" Stadt Wien. Nach vielen
musikalischen Wegen und Umwegen
endgültig bei Wiener Musik und
Kontragitarre gelandet. Komponiert ebenso
freudig wie respektlos.
Kurt:„Nach meiner für mich topografisch absolut unverständlichen Geburt im Jahr 1949
(in Salzburg!) bekam ich sehr schnell erste musikalische Eindrücke von meinem Vater mit,
der der armen Familie mit halb - professionellem nächtlichem Musizieren den
Lebensstandard etwas verbesserte.
Meine ersten musikalischen Tätigkeiten beliefen sich angeblich darin, daß ich im Alter von
ganz wenigen Jahren bereits unaufgefordert alle möglichen Wirtshaustische erklommen und
losgesungen habe.
Bald entschoß ich mich, am Mozarteum Musik zu studieren, spielte mit einer Stromgitarre zur
Aufnahmsprüfung irgendeinen Popsong und wurde trotzdem aufgenommen, allerdings nur
unter der Bedingung, daß ich ab jetzt richtige Musik spielen und vor allem üben würde. Das
Studium mit seiner Borniertheit und Ausschließlichkeit war der zweite Versuch, mir die Musik
zu vergrausigen, aber mein Immunsystem funktionierte damals schon besser.
Aufwärts ging es mit der Emigration nach Wien, ich war begeistert über die Fülle an
Angeboten, und außer der raunzigen Wiener Musik hat mich alles fasziniert. Wie habe ich die
Iren, die Brasilianer, die Ungarn, die Türken, die Portugiesen... beneidet für ihre Folklore,
und wir Österreicher hatten nichts oder nichts Gescheites oder Einvernahmtes von Typen, an
die ich nicht anstreifen wollte. Aber eines Tages begann ich zu graben, und nach dem
Entfernen von Tonnen von Staub und Mief kam die faszinierendste Musik zum Vorschein, die
es gibt, nämlich die Wiener Musik.
Es kamen harte Lehrjahre, Sichhineinhören, Analysieren, Umsteigen auf Kontragitarre, und
nach mehr als zehn Lehrjahren fand ich endlich die Leute, mit denen ich immer schon spielen
wollte, ohne es zu wissen, und die sich Wiener Art Schrammeln nennen. An dieser Stelle bin
ich nunmehr in der Gegenwart angekommen und kann nur androhen: Fortsetzung folgt.“


Gertrude Kisser, Akkordeon

Geboren in Wien.
Lebt als freischaffende Live- und
Studiomusikerin sowie Pädagogin in Wien
Mit Klezmer-Ensemble „Geduldig & Thimann“
(Akkordeon, Arrangements), Bläserensemble der
Wiener Philharmoniker (Akkordeon), Wiener Art
Schrammeln (Akkordeon), Wiener Akkordeon
Ensemble (Leitung), GOLA-Duo mit Felix Lee
(Akkordeon) u.v.m. Festivalteilnahmen u.a.
Wiener Festwochen, Ars Electronica Europaund
USA-Tourneen mit verschiedenen
Ensembles
Preise:
1. Preisträgerin beim Österreichischen Akkordeon Solistenwettbewerb
2. Platz beim Weltcup „Coupe Mondiale des Accordéonists“ in Versailles/Frankreich
Aktuelle Tätigkeiten:
Rege internationale Konzerttätigkeit mit verschiedensten Ensembles. Laufend
Studioarbeit, Radio- und TV-Aufzeichnungen Lehr- und Unterrichtstätigkeit
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Hello Malkele! - das jiddische Musical über Molly Picon (aus Archiv)

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Hello Malkele!
In dieser kleinen szenischen Revue setzt sich Caroline Koczan mit dem Phänomen Molly Picon auseinander. In blitzlichtartigen Momentaufnahmen aus dem Leben der einzigartigen Künstlerin und einem musikalischen Bilderbogen wird das Publikum in die große Zeit des Jiddischen Theaters, der Jiddischen Revue, der Jiddischen Operette geführt. Bei Molly Picon war der Übergang von der Realität zum Theater fließend: das Theater war ihr Leben. "I realize that Yiddish audiences are the most appreciative and the most ready in the display of approval. I could not bear to play for a cool, calm audience that was politely attentive. To me the Jewish atmosphere is warming and inspiring. The joy which the audience does not hesitate to display enheartens me, and is far more satisfactory than the perfunctory applause which follows even the greatest successes in the American theater." Molly Picon in The Jewish Tribune. June 4, 1926

"Noch kurz vor seinem Tod hatte mich mein lieber Freund, der ehemalige Kantor von Graz, Richard Ames, dazu angeregt dieses Projekt zu wagen. Aus diesem Grund, und weil auch er ein großer Verehrer von Molly Picon war, möchte ich diesen Abend seinem Andenken widmen." Caroline Koczan

Buch, Szene, Gesang, "Molly": Caroline Koczan
Musikalische Leitung, Klavier: Florian Schäfer
Special thanks to: Dr. Brigitte Dalinger (Institut für Theaterwissenschaften); Mark Slobin (Wesleyan University, Middletown, Connecticut); Efim Chorny "Theater des Jiddischen Liedes", Rumänien


Mehr Informationen über Molly Picon:
Jewish Women's Archive. "JWA - Jewish Women in Comedy - Molly Picon." (March 12, 2009).

Scrapbooks from the Molly Picon Papers can be accessed at http://digital.cjh.org 

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Hello Malkele! (Foto: Isabella Kohout)
 

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Caroline Koczan in "Hello Malkele!", Foto: Isabella Kohout
 

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Hello Malkele! (Foto: Isabella Kohout)
 

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"Hello Malkele!" - Jiddisches Musical über Molly Picon
 
"Die sexuellen Neurosen unserer Eltern" (aus Archiv)

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Kritik: Kleine Zeitung, Freitag, 18. September 2009 

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Foto: Peter Jukel, NBV, www.neuebuehnevillach.at
Christian Reiner, Annika Lund, Caroline Koczan 

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Foto: Peter Jukel, NBV, www.neuebuehnevillach.at
Caroline Koczan und Annika Lund 

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Foto: Peter Jukel, NBV, www.neuebuehnevillach.at
Caroline Koczan